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Bayerns Aufholjagden im Europapokal:Acht magische Minuten in Mailand

Gutes Omen für Porto? Elfmal schaffte es der FC Bayern, nach einer Hinspiel-Niederlage weiterzukommen. Einen Zwei-Tore-Rückstand holten die Münchner aber nur einmal auf.

Von Korbinian Eisenberger und Martin Schneider

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1966/67: Pokalsieger-Viertelfinale gegen Rapid Wien

Historie

Quelle: imago sportfotodienst

Natürlich hat Gerd Müller (Mitte) den FC Bayern zum ersten Mal gerettet. 1967 wars, als die Münchner zum ersten Mal einen Hinspiel-Rückstand drehten. Das erste Spiel verloren unter anderem Franz Beckenbauer und Sepp Maier im Wiener Praterstadion mit 1:0 gegen den SK Rapid. Das Rückspiel im Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger fand damals noch im Grünwalder Stadion statt. In der 59. Minute glich Rainer Ohlhauser aus, in der Verlängerung (106. Minute) müllerte dann der Gerd den FC Bayern weiter. Am Ende gewannen die Roten zum ersten und einzigen Mal diesen Wettbewerb.

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1975/76: Landesmeister-Achtelfinale gegen Malmö FF

FC Bayern München 05 11 1975 Fussball Europapokal der Landesmeister 1975 1976 Achtelfinale Rücksp; Imago

Quelle: imago/Sportfoto Rudel

Auf dem Weg zu seinem dritten Landesmeister-Titel in Serie gerät der FC Bayern im Oktober 1975 bereits im Achtelfinale - damals noch der ersten Turnierrunde - ins Straucheln. Im Hinspiel stehen beim schwedischen Meister Malmö FF vier Spieler mit dem Nachnamen Andersson in der Startelf. Einer von ihnen - Malmös Sturmspitze Tommy Andersson - erzielt in der 25. Minute das Tor des Tages.

Im Rückspiel zwei Wochen später muss Libero Franz Beckenbauer wegen der Auswärtstorregel aufpassen, dass seine Abwehrreihe im Olympiastadion kein Gegentor zulässt. Es dauert bis zur 53. Minute, ehe Jupp Kapellmann im Strafraum von Kristensson gelegt wird und Bernd Dürnberger per Elfmeter das Hinspiel-Ergebnis egalisiert. In der 77. Minute trifft dann schon wieder ein Schwede. Torschütze Conny Torstensson (Mitte) steht jedoch in Diensten des FC Bayern und schießt die Mannschaft von Dettmar Cramer ins Viertelfinale. Im Endspiel gewinnen die Münchner in Glasgow 1:0 gegen St. Etienne.

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1976/77: Landesmeister-Achtelfinale gegen Banik Ostrau

FC Bayern München 03 11 1976 Fussball Europapokal der Landesmeister 1976 1977 Achtelfinale Rücksp; Imago

Quelle: imago/Sportfoto Rudel

Nach dem Titel-Hattrick leistet sich der FC Bayern auch in der folgenden Landesmeister-Saison einen Fehlstart. Beim tschechischen Meister Banik Ostrau geraten die Münchner bereits früh 0:2 in Rückstand. Ein Gerd Müller-Kopfball (Vorlage von Conny Torstensson) beschert Cramers Elf nach der Pause immerhin das wichtige Auswärtstor. Im Olympiastadion lassen die Münchner den Tschechen dann keine Chance. Torstensson legt Gerd Müller zwei weitere Tore auf und trifft einmal selbst. Den Rest besorgen Jupp Kapellmann und ein gewisser Karl-Heinz Rummenigge (hier gegen Ostraus Torhüter Michalik). Dem 5:0 gegen Ostrau lassen die Bayern im Viertelfinale einen 1:0-Heimsieg gegen Dynamo Kiew folgen, scheiden aber aus, weil die Ukrainer im Rückspiel in den letzten sieben Minuten aus einem 0:0 noch ein 2:0 machen.

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1979/80: Uefa-Cup-Viertelfinale gegen Kaiserslautern

Historie

Quelle: imago sportfotodienst

1980 war der Betzenberg zunächst zu hoch für den FC Bayern - wie es in der Zukunft noch oft der Fall sein würde. Im Viertelfinale des Uefa Cups gewinnt der 1. FC Kaiserslautern mit Reiner Geye und Hannes Bongartz das Hinspiel 1:0. In München kassiert Lauterns schwedischer Torwart Ronnie Hellström (rechts) dann vier Tore. Doppelter Torschütze beim 4:1-Sieg: Dieter Hoeneß (3. von rechts), der sich hier gegen Hans-Peter Briegel durchsetzt.

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1981/82: Landesmeister-Halbfinale gegen ZSKA Sofia

Historie

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Auch Karl-Heinz Rummnigge (rechts) war natürlich schon mal an einer Aufholjagd beteiligt. 1982 kassiert der FC Bayern im Halbfinale des Landesmeister-Pokals beim ZSKA Sofia drei Tore in den ersten 18 Minuten. Es ist fast noch ein Erfolg, dass das Spiel nur 4:3 für die Bulgaren endet. Im Rückspiel gewinnt das Team von Trainer Pal Csernai dann 4:0. Zwei Tore Rummenigge, zwei Tore Paul Breitner. Im Finale folgt die Niederlage gegen Aston Villa.

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1987/88: Landesmeister-Achtelfinale gegen Neuchâtel

Historie

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Aktuell ist der Schweizer Verein Neuchâtel Xamax kurz davor, wieder in die zweite Liga aufzusteigen. Im Oktober 1987 besiegten die Spieler vom Neuenburger See den FC Bayern im Achtelfinal-Hinspiel des Landesmeister-Pokals mit 2:1. Trainer der Münchner war ein gewisser Jupp Heynckes. Im Rückspiel drehte das Team um Lothar Matthäus (am Ball) durch Tore von Hans Pflügler und Jürgen Wegmann noch den Rückstand. Im Viertelfinale war dann gegen Real Madrid Schluss - trotz 3:2-Hinspiel-Sieg.

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1988/89 : Uefa-Cup-Achtelfinale gegen Inter Mailand

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Im Achtelfinale der Uefa-Cup-Saison 1988/89 kommt es gleich zu einem echten Kracher. Die Bayern - mit Olaf Thon und Klaus Augenthaler in Bestbesetzung - empfangen im Hinspiel den italienischen Spitzenclub Inter Mailand. Nach einer torlosen ersten Hälfte läuft beim Team von Trainer Jupp Heynkes alles schief. Zunächst besorgt Aldo Serena die Führung (60.) für Inter. Elf Minuten später trifft Nicola Berti zum 2:0 - vor dem Rückspiel in Mailand ist für die Bayern eigentlich schon alles gelaufen.

In der Hölle des Giuseppe-Meazza-Stadions (Bild, vorne Bayern-Torwart Raimond Aumann) schaffen die Münchner aber innerhalb von acht Minuten eine Sensation. Roland Wolfarth (33.), Augenthaler (37.) und Jürgen Wegmann (41.) schießen die Bayern mit 3:0 in Führung. Serena schafft nur noch das 1:3 - mit den mehr erzielten Auswärtstoren mauern sich die Münchner aber ins Viertelfinale. Es ist bis heute das einzige Mal, dass der FC Bayern nach einem Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel noch weiter gekommen ist.

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1988/89 : Uefa-Cup-Viertelfinale gegen Heart of Midlothian

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Nach dem Triumph im Giuseppe-Meazza geht es für den FC Bayern im Viertelfinale zunächst nach Schottland, genauer gesagt in die Nähe von Edinburgh zu den Hearts of Midlothian. Anders als noch in Mailand präsentieren sich die Münchner kraft- und ideenlos. Vor 26 000 Zuschauern schießt Hearts-Stürmer Iain Ferguson in der 56. Minute das Tor des Tages und bereitet den Bayern erneute eine unangenehme Ausgangsposition.

Im Rückspiel wird es denkbar knapp: Klaus Augenthaler (16.) und der Norweger Erland Johnsen (69.) erlösen die Bayern schließlich. Nach einem 0:2 in Neapel, der dritten Hinspiel-Pleite der Saison, und einem 2:2 in München ist der Uefa Cup für das Team von Jupp Heynckes im Halbfinale beendet. Neapel holt in den Endspielen gegen Stuttgart den Titel.

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1995/96: Uefa-Cup-Vorrunde gegen Lokomotive Moskau

Otto Rehagel 1996

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Dass die Bayern am Ende der Saison 1995/96 die Uefa-Cup-Trophäe in die Luft stemmen sollten, ist nach dem Hinspiel in der ersten Vorrunde kaum abzusehen. Vor nur 16 000 Zuschauern im Münchner Olympiastadion muss der damalige Trainer Otto Rehagel mit ansehen, wie sich seine Millionen-Truppe gegen Außenseiter Lokomotive Moskau mit einer 0:1-Pleite blamiert.

Im Rückspiel Ende September zeigen die Münchner dann ein anderes Gesicht. Zweimal Jürgen Klinsmann, Andreas Herzog und Mehmet Scholl beseitigen noch vor der Pause jegliche Zweifel am Weiterkommen der Münchner. Thomas Strunz setzt mit dem 5:0 in der 78. Minute den Schlusspunkt. Auf dem Weg ins Finale räumen Rehagels Münchner anschließend die Raith Rovers (heute zweite schottische Liga), Benfica Lissabon, Nottingham Forest (heute zweite englische Liga) und den FC Barcelona ungeschlagen aus dem Weg. In den beiden Final-Spielen gegen Girondins Bordeaux darf Rehagel trotzdem nicht mehr coachen - die Bayern gewinnen beide Partien und holten ihren einzigen Uefa-Cup-Titel.

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2006/2007: Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid

Historie

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Augen gerade und dann zutreten: Es waren die Spiele des Agressive Leaders. Mark van Bommel trifft im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales per Weitschuss in der 88. Minute zum 2:3-Anschlusstreffer gegen Real Madird und malträtiert zwischendurch noch David Beckham. Lukas Podolski wirkt verwundert angesichts dieser internationalen Härte.

Im Rückspiel trifft Bayerns Roy Makaay nach zehn Sekunden. Van Bommel fliegt zwar in der 82. Minute mit Gelb-Rot vom Platz, dank seines Hinspiel-Treffers reicht der 2:1-Sieg am Ende aber zum Weiterkommen. Im Viertelfinale werden die Bayern dann vom AC Mailand und Filipo Inzaghi eliminiert - wie gefühlt ständig zu dieser Zeit.

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2011/12: Champions-League-Achtelfinale gegen Basel

Bayern Munich's Gomez shoots and scores the third goal for the team during their Champions League round-of-16 second leg soccer match against FC Basel in Munich

Quelle: REUTERS

Auf dem Weg ins dramatisch verlorene Finale Dahoam 2012 bereitet der einstige Bayern-Nachwuchs-Coach Heiko Vogel seinem früheren Arbeitgeber einen unbequemen Abend. Im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gewinnt Vogel mit dem FC Basel 1:0. Valentin Stocker trifft in der 86. Minute für die Schweizer, bei denen ein gewisser Xherdan Shaqiri auf sich aufmerksam macht.

Im Rückspiel drei Wochen später machen die Bayern dann Ernst. Vier Buden von Mario Gomez, zweimal Arjen Robben und Thomas Müller machen Vogels Rückkehr nach München zu einem Albtraum. Die Bayern erleben ihr Trauma schließlich im Endspiel gegen Chelsea, das im Elfmeterschießen verloren geht. Vogel kehrt 2013 zu den Bayern zurück und trainiert heute die U-19 der Münchner.

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