FCB-Zugang Xherdan Shaqiri:Wohlfühlen im Bayern-Wahnsinn

Klein, muskulös, quirlig: Xherdan Shaqiri ist beim FC Bayern auf Anhieb Liebling der Zuschauer. Schon die ersten Eindrücke des jungen Schweizers vermitteln, dass er es ernst meint mit seinem sportlichen Großangriff. Doch bekommt er auch genug Einsätze?

Markus Schäflein

Tom Starke war auch da. Und Tom Starke erzählte interessante Sachen. Wie es ist, jetzt das Trikot des FC Bayern München zu tragen. Warum er dorthin wechselte, obwohl er doch genau wusste, dass er nur die Nummer zwei sein würde. Dass man auch mit 31 Jahren als Torwart noch etwas lernen kann. Aber für Starke interessierte sich niemand.

SpVgg Unterhaching - FC Bayern Muenchen

Xherdan Shaqiri ist Bayerns "Teenage Hero Turtle" mit guter Laune. Anderswo nennt man so einen Spieler Kugelblitz.

(Foto: dapd)

Und dann kam Xherdan Shaqiri. Plötzlich bildete sich ein dichter Pulk aus Journalisten, Kamerateams und Securityleuten, die Fans begannen, nach Autogrammen zu rufen. Es war das erste Testspiel, mithin der Abend, an dem die Zugänge im Mittelpunkt stehen. Aber im Mittelpunkt stand allein Shaqiri.

Der 20 Jahre alte Schweizer, geboren in Gjilan im Kosovo, war der Einzige, dem die Anhänger beim 1:0 beim Drittligisten Unterhaching gleich Sprechchöre widmeten. Er kommt als Lehrling, aber er ist schon ein Liebling. Das liegt natürlich an seinem Erscheinungsbild; Thorsten Fink, sein früherer Trainer in Basel, hat ja völlig zu Recht bemerkt, der 1,69 Meter kleine Shaqiri sehe aus wie eine dieser muskelbepackten Comic-Schildkröten aus der Serie Teenage Mutant Ninja Turtles.

Das liegt auch daran, dass er offenbar immer gute Laune hat, selbst nach diesem mauen Kick sprühte er vor Begeisterung. "Ich denke, man sieht, dass ich mich hier wohl fühle", sagte er. Sieht man. Und vor allem liegt es natürlich daran, wie Shaqiri Fußball spielt; wie eng er den Ball führt, wie er schwierige Pässe so spielt, dass sie ganz einfach aussehen, wie er den Ball einfach immer haben will.

Da war diese Szene, als Shaqiri den Ball in der Mitte der zweiten Halbzeit vor der halbleeren Gegentribüne artistisch im Spiel hielt. Viele hätten ihn einfach ins Seitenaus rollen lassen, warum auch nicht, es passierte ja eh nichts in dieser Partie. Aber nicht Shaqiri. Er will immer weiter spielen.

Trainer Jupp Heynckes sagt, Shaqiri sei "ein echter Straßenfußballer". Das ist im Profigeschäft meist ein Kompliment, mindestens, so lange es nicht um taktische Ordnung, Defensivverhalten und so uncoole Sachen geht. Heynckes sagt, Shaqiri sei da, um "den etablierten Profis Dampf zu machen". Der Schweizer kann auf dem linken Flügel spielen, da ist Ribéry, er kann auf dem rechten Flügel spielen, da sind Robben und Müller. Und er kann im zentralen offensiven Mittelfeld spielen, wie in Unterhaching; da sind Kroos und Müller. Er kann sogar Außenverteidiger.

Noch ist Shaqiri ja in einem kleinen Biotop, Ribéry, Robben, Müller, Kroos sind nicht da; er trainiert und spielt mit Kevin Friesenbichler und Benno Schmitz, die noch jünger sind als er und demnächst gegen Buchbach und Frohnlach in der Regionalliga spielen. "Richtig heiß wird es erst, wenn die Nationalspieler wieder dabei sind", das weiß Shaqiri. Es macht ihm nichts aus, im Gegenteil, er freut sich darauf.

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