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Bayern-Sieg gegen Alba Berlin:Nächster Konter, nächster Streit

Bayern München - ALBA Berlin

Intensives Duell um den Titel: Berlins David Logan (rechts) und Malcolm Delaney vom FC Bayern

(Foto: dpa)

Erst im dritten Viertel drehen die Basketballer des FC Bayern das Heimspiel gegen Alba Berlin und holen sich den zweiten Sieg der Finalserie. Obwohl ihnen jetzt nur noch ein Sieg zum Titel fehlt, erhebt Trainer Svetislav Pesic gegen den Alba-Chef schwere Vorwürfe.

Noch einmal zeigten die einheimischen Fans, wer sie sind, wie laut sie sein können, dass sie die Atmosphäre bestimmen und niemand sonst. Die letzten Sekunden, ja, es war ein Tollhaus, die meisten hämmerten diese in Mode gekommenen gefalteten Pappdinger gegen die Handinnenfläche, manche trampelten gar, und die wenigen hundert Besucher in der gelben Kluft unter dem Hallendach, sie wurden stiller und stiller.

Lange war dieses dritte Playoff-Spiel zwischen dem FC Bayern und Alba Berlin eher zum Vorteil der Gäste verlaufen, erst im Schlussviertel setzten die Münchner, die Roten, mit Willenskraft die entscheidenden Stiche. Das erste Spiel hatten sie gewonnen, das zweite verloren. Nun? Nun folgte mit dem 92:86 (39:48) der nächste Konter in dieser intensiven Finalserie, die nach dem Modus best-of-five ausgekämpft wird. Das vierte Spiel findet am Mittwoch in der Hauptstadt statt. Könnte wieder heiß werden. Nicht nur aus sportlichen Gründen.

Trainer Pesic teilt in der Pressekonferenz verbal aus

Bayerns Trainer Svetislav Pesic rechnete nach giftigen Sätzen des Berliner Geschäftsführers Marco Baldi in Richtung der Münchner mit diesem ab. Diese Fehde umrahmte ein Spiel, das Albas Coach Sasa Obradovic als "großartige Werbung für Basketball" empfunden hatte. Ehe die dritte Partie aufgenommen wurde, kursierten freilich noch andere Themen, FCB-Guard Malcolm Delaney, 25, als bester Spieler der Saison (MVP) ausgezeichnet, stehe vor dem Wechsel nach Griechenland, hieß es etwa, jedenfalls liege dem Amerikaner ein Angebot vom Spitzenteam Olympiakos Piräus über 1,5 Millionen Dollar für zwei Jahre vor. Sein Weggang wäre allerdings genau so wenig überraschend wie der Transfer von Anton Gavel zu den Bayern, wie auch als spekulierende Meldung auftauchte.

Dass der Verteidigungsspezialist Bamberg nach dem Ende seiner Vertragslaufzeit verlässt, stand dem Vernehmen nach ja bereits vor einem Jahr fest. Zu den Franken wiederum, dies bestätigte Wolfgang Heyder, der sich Spiel drei in München ansah, wird der Italiener Andrea Trinchieri (bislang Unics Kazan) als neuer Trainer kommen, "es müssen nur letzte Details geklärt werden", sagte der Brose-Manager der SZ. Die Münchner indes gaben keinen Kommentar zu Delaney und Gavel ab, im Fokus stand ihr zweites Heimspiel, vor ausverkaufter Kulisse, klar.

Jedes Mal 6700 lärmende Zuschauer in der Fußballstadt, Woche für Woche, das ist eine Erfolgsgeschichte am Rande. Von Beginn an setzten beide Teams ihre harte Serie fort, allein der erste Korb, ein Dreier des Münchners Robin Benzing, fiel erst nach 60 Sekunden. Playoffs, Baby!, so heißt ja dieser Schlachtruf, wenn die Saison auf die Zielgerade geht, konkret bedeutet dies auf dem Court: frühes Stören beim gegnerischen Spielaufbau, hektische Würfe, Motzereien mit dem Kontrahenten.