Bayern-Niederlage in Freiburg:Noch ein Spiel, dann Urlaub

Guardiola hatte sich am Freitag ähnlich geäußert — und in Freiburg dann auch keine Regionalligaspieler aufgestellt, sondern durchaus seriöse und seriös spielende Spieler auf den Platz geschickt. Thomas Müller musste zwar diesmal nicht mit einer zu frühen Auswechslung hadern, er saß zu Beginn draußen. Auch Thiago, Kapitän Philipp Lahm, der zuletzt oft schon bei Spielbeginn müde wirkte, und Javi Martínez standen um 15.30 Uhr nicht auf dem Rasen. In der Startelf des Meisters standen dagegen unter anderem Mitchell Weiser, Sebastian Rode, Bastian Schweinsteiger — und Mario Götze.

Über den derzeit meistdiskutierten Akteur des Meisters hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Samstag im SZ-Interview gesagt. "Der Bursche ist noch wahnsinnig jung, er muss noch lernen, mit dem Erwartungshorizont beim FC Bayern zurechtzukommen. Wir sind alle hilfsbereit, aber am Ende des Tages ist es auch der Spieler, der die Verantwortung für sich selbst übernehmen muss." Bis auf eine Balleroberung in der ersten Minute, einem Check gegen Günter an der Mittellinie (!) und einem gefährlichen Kopfball gegen Roman Bürkis Bein kam dann auch von Götze in Freiburg nicht viel mehr. Auch Verteidiger Medhi Benatia überzeugte nicht wirklich.

Hashtag #wettbewerbsverzerrung

Aber Wettbewerbsverzerrung, oder besser: #wettbewerbsverzerrung - wie den Bayern auf Twitter direkt nach dem Abpfiff vorgeworfen wurde? Dieser Hashtag wurde schnell zum trending topic — vorschnell? Fakt ist: Bayern hat zehn der zwölf Spiele gegen Abstiegskandidaten gewonnen und nun eines verloren, der HSV hat sich in der Hinrunde zudem einen Punkt erkämpft. Fakt ist aber auch: Paderborn wäre auch bei einer Niederlage Freiburgs an diesem Spieltag auf den letzten Platz gerutscht — und den HSV hat sowieso niemand gezwungen, in Stuttgart zu verlieren.

Die Münchner gingen auf die Vorwürfe nicht ein, wirkten nach der Pleite eher sauer auf sich selbst. "Wenn du führst, dann darfst du so ein Spiel nicht verlieren. Das ist nicht in Ordnung", sagte Jérôme Boateng. Nicht in Ordnung, weil den eigenen Ansprüchen nicht genügend. "Die sind einfach kaputt. Es wäre Schwachsinn, da was reinzuinterpretieren", sagte Freiburgs Angreifer Felix Klaus. Da könnte was dran sein. Müde - urlaubsreif wirken die Münchner gegen Ende dieser Nach-WM-Saison tatsächlich sehr. Frag' nach bei Guardiola: "Wir haben jetzt noch ein Spiel - dann geht es in den Urlaub und in die Zukunft", sagte er.

Die Gegenwart ist weit weniger rosig. In der Tabelle der letzten drei Spieltage belegt der FC Bayern Platz 18.

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