Bayern II gegen 1860 II "Wir waren maximal gehemmt"

Seine Mannschaft, für die aus dem Profikader allein Gianluca Gaudino in der Startelf stand, versuchte das Spiel vom eigenen Strafraum aus mit kurzen Pässen aufzubauen - allerdings scheiterte diese Strategie schon ziemlich genau am eigenen Strafraum. Die Spieler des TSV 1860 attackierten wild und frühzeitig, geschickt verschoben sie gemeinsam, und immer wieder gelang es ihnen, einen der Pässe des Gastgebers abzufangen. "Es gibt bei uns kein Kurzpassgebot, da haben wir uns taktisch ungeschickt angestellt", schimpfte Vogel, "wir waren maximal gehemmt."

Der TSV 1860 erwischte mit seinen Balleroberungen den FC Bayern immer wieder in ungeordneter Aufstellung und erspielte sich so viele Chancen. Nicolas Andermatt schoss knapp am Tor vorbei (3. Spielminute), Nico Karger scheiterte an FCB-II-Torwart Andreas Rößl (9.), Felix Weber vergab aus aussichtsreicher Position (16.), genauso wie erneut Andermatt (17.). "Meine Spieler waren froh, dass sie mal auf eine Mannschaft getroffen sind, die auch versucht, Fußball zu spielen. Da können wir aggressiver zu Werke gehen", sagte Daniel Bierofka, der ehemalige Profi und jetzige Trainer des TSV 1860 II. "Was mich ärgert: Dass wir die Torchancen teilweise leichtfertig haben liegen lassen." Er klang allerdings deutlich weniger verdrießlich als Vogel.

Der Charakter des Spiels änderte sich erst in der 40. Minute. Zunächst traf FCB-II-Offensivspieler Fabian Benko aus knapp 25 Metern die Latte. Dann stoppte Felix Pohl den direkten Gegenzug der Löwen per Notbremse an Nicholas Helmbrecht. Rote Karte - und ein "Weckruf" für den FCB II, so sah das zumindest Vogel.

Kurz nach der Pause touchierte Andermatt mit einem Schuss zwar noch die Latte (47.), danach aber bekam der FC Bayern II die Partie besser unter Kontrolle. Die Mannschaft verzichtete nun auf die kurzen Pässe. Stattdessen suchte sie sofort mit langen Bällen Stürmer Karl-Heinz Lappe. Gute Möglichkeiten erspielte sich das Team weiter nicht, aber der Ball war nicht mehr so oft am eigenen Strafraum. "Das Positive ist, dass wir die Null hinten haben stehen lassen", sagte Vogel. Er verschwieg dabei allerdings, dass allein der eingewechselte 1860-Angreifer Florian Pieper in der letzten Viertelstunde drei gute Torchancen hatte.

Vogel hatte sich nach dem zweiten Unentschieden im zweiten Saisonspiel den Zorn weggeredet. Dann verließ er das Stadion. Der Himmel, der den ganzen Mittag mit grauen Wolken behangen war, leuchtete jetzt Weiß-Blau.