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3:1 in Freiburg:Die Dusel-Bayern sind zurück

Sport-Club Freiburg v FC Bayern Muenchen - Bundesliga

Ausgelassen nach dem Schlusspfiff: das Team des FC Bayern.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Der FC Bayern gewinnt 3:1 in Freiburg. Der 18-jährige Joshua Zirkzee trifft kurz nach seiner Einwechslung in der Nachspielzeit.
  • Der Sieg ist glücklich. Freiburg hat vor allem in der zweiten Halbzeit die deutlich besseren Chancen.
  • Durch die drei Punkte zieht der FC Bayern in der Tabelle wieder an Dortmund vorbei.

Hansi Flick hatte lange die Ruhe bewahrt, er hatte sich an seiner Trinkflasche festgehalten, meistens aber hatte er seine Hände in die Jackentasche gesteckt, möglicherweise auch, um die Hände dort dann wütend zu ballen. Ein paar Meter neben ihm hüpfte Christian Streich auf und ab und vor und zurück, er fuchtelte und fluchte. Doch Flick behielt die Ruhe. Dann aber, bereits in der Nachspielzeit dieser für ihn so quälenden Partie, verlor er - zumindest für seine gewohnt gelassene Gemütsstimmung - gewaltig die Selbstbeherrschung. Flick sprintete ein paar Meter nach links, er hüpfte nach oben. Er wirkte wie ein befreiter Mann, befreit von den Qualen eines zähen Fußballabends.

Flick war mit seinen Emotionen nicht alleine, um ihn herum hüpften alle herum, sie umarmten sich, klatschten sich auf die Schultern. In der Nachspielzeit hatte der gerade erst eingewechselte Joshua Zirkzee für den FC Bayern getroffen, zum 2:1 - nach einer halben Stunde, in der der Gastgeber, der SC Freiburg, zahlreiche Gelegenheit zum Siegtreffer gehabt hatte. Wenig später traf noch Serge Gnabry, der FC Bayern gewann 3:1 (1:0). Und obwohl der Abend so zäh gewesen war, hatte das Team sein Ziel erreicht: Es hatte den Druck auf die Konkurrenz erhöht.

Bundesliga Ein Retter namens Zirkzee Bilder
FC Bayern in der Einzelkritik

Ein Retter namens Zirkzee

Der 18-Jährige kaschiert die zahlreichen Fehler seiner Kollegen, Thiago sehnt sich nach Hilfe und Serge Gnabry wirft sich mit aller Kraft in den Saisonschlussspurt. Der FC Bayern in der Einzelkritik.

Für die Mannschaft hatte sich im Schwarzwald-Stadion die Gelegenheit geboten, den Rückstand auf Leipzig zu reduzieren, nach dem 3:3 des Tabellenführers am Dienstag in Dortmund - und durch den Erfolg in Freiburg wurden aus sechs Punkten vier Punkte. Auch wenn es zäh und quälend und glücklich war.

Müller trifft nur den Pfosten

Den geplanten Angriff auf Leipzig hatte Flick vor dem Spiel auch in der Aufstellung demonstriert: Er stellte seine Mannschaft so offensiv wie möglich auf. Hinter Angreifer Robert Lewandowski spielten im Zentrum Thomas Müller und Philippe Coutinho, die beiden also, die es so sehr nach vorne drängt. Dadurch, dass Joshua Kimmich aus dem Mittelfeld nach rechts hinten in die Abwehr wechselte, sollte von dort über die Flügel zusätzlicher Druck kommen, im Zusammenspiel mit Linksverteidiger Alphonso Davies. Es dauerte gerade einmal 66 Sekunden, bis sich dieser offensive Wille auch auf dem Platz nachvollziehen ließ.

Innenverteidiger David Alaba passte den Ball über das halbe Spielfeld hinweg in den Lauf von Coutinho, der kunstvoll über SC-Torwart Mark Flekken lupfte - Manuel Gulde klärte vor der Torlinie. Die Gäste hielten den Druck in den folgenden Minuten hoch, sie attackierten früh, sie ließen den Freiburger Verteidigern keine Pause und keine Zeit, um sich zu sortieren. In der siebten Minute wehrte Flekken nach einer Ecke einen Kopfball von Benjamin Pavard ab, doch er wehrte ihn ab vor die Füße von Müller, der den Ball jedoch aus wenigen Metern an den Pfosten knallte. Um den Münchnern das Toreschießen zu erschweren, verteidigte der Gastgeber in der Anfangsphase teilweise mit neun Feldspielern im eigenen Strafraum. Schließlich trauten die Freiburger sich weiter nach vorne, und das wurde dann natürlich prompt bestraft.

In der 16. Minute dribbelte Davies fast über das gesamte Spielfeld, mit jedem Schritt schien er schneller zu werden. Als er fast an der Torauslinie angekommen war, flankte er flach in die Mitte, wo Lewandowski in den Ball hineinrutschte und ihn ins Tor drückte. Es war das 19. Ligator des Angreifers in dieser Saison - und das 221. in seiner Bundesliga-Karriere, wodurch er nun alleine auf dem Rang des drittbesten Torschützen der Ligageschichte steht.

"Am Anfang habe ich gedacht, dass sie uns aus dem Stadion knallen. Dass wir in der Lage waren, uns immer mehr zu befreien und eigene Torchancen zu kreieren, hätte ich so nicht für möglich gehalten", analysierte Freiburgs Trainer Christian Streich diese Phase der Partie.