Manuel Baum wütet "Der Schiedsrichter war zu faul"

Nicht zufrieden mit dem Schiedsrichter: Augsburgs Trainer Manuel Baum.

(Foto: dpa)
  • Der FC Augsburg verliert in Mönchengladbach und steckt im Tabellenkeller der Bundesliga fest.
  • Trainer Manuel Baum attackiert nach dem Spiel Schiedsrichter Harm Osmers heftig.
Von Philipp Selldorf, Mönchengladbach

Um kurz vor 16 Uhr sahen sich die Verantwortlichen in Mönchengladbach zum Handeln genötigt - sie schalteten das Licht im Borussia-Park ein. Fortan sahen die Leute zwar etwas klarer als vorher, aber das änderte wenig daran, dass dieser Fußball-Nachmittag am Niederrhein einen insgesamt trüben Eindruck hinterließ. Die meisten Zuschauer verließen dennoch zufrieden den Ort, in der Schlussviertelstunde hatte die heimische Borussia dem Spiel gegen den FC Augsburg doch noch die Wende geben und einen 2:0-Sieg sichern können. Bis zum Führungstreffer durch Oscar Wendt in der 78. Minute hatte sich die Partie geradewegs auf ein Remis zubewegt. Das Spielgeschehen verglich der Gladbacher Trainer Dieter Hecking später mit "Steineklopfen", innerlich hatte er sich bereits mit dem 0:0 einverstanden erklärt, dennoch empfand er den Sieg am Ende als "absolut verdient".

Während die Borussia ihren zwölften Heimsieg hintereinander feierte und damit eine seit 35 Jahren bestehende Bestmarke einstellte, wartet der FCA nun seit zehn Spielen auf einen Sieg in der Liga. Das war aber nicht der Grund, warum Manuel Baum nach dem Abpfiff ein sehr, sehr wütender Mann war. Ausdauernd schimpfte Augsburgs Trainer über Schiedsrichter Harm Osmers, dem er außer mangelnder Kompetenz ("nicht sattelfest im Regelwerk") auch Pflichtvergessenheit aus Gründen der Bequemlichkeit vorwarf ("der Schiedsrichter war zu faul"). Nach Ansicht von Baum hätte Wendts mutmaßlich spielentscheidendes Tor wegen einer Abseitsstellung von Lars Stindl nicht zählen dürfen. "Das war in keinster Weise passives Abseits", sagte er, "für mich ist das nicht zu fassen und zu glauben und eigentlich schon ein Skandal."

Ausgangspunkt der strittigen Szene war eine zu kurz geratene Faustabwehr von Augsburgs Torwart Gregor Kobel, die vor den Füßen von Wendt landete. Der Borusse schoss umgehend aufs Tor, Kobel konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren, was er auf die Anwesenheit des unmittelbar hinter ihm postierten Stindl zurückführte. Dessen Gegenwart habe ihn abgelenkt und in der Konzentration beeinträchtigt. "Stindl hat sich zum Ball bewegt, hundertprozentig", sagte Kobel. Doch nicht nur der Torwart sei durch den Gladbacher Angreifer in seinem Handeln negativ beeinflusst worden, fügte Baum an. Auch der kurz vor der Torlinie postierte Verteidiger Kevin Danso habe einen klaren Nachteil gehabt, weil er den Weg des Balls nicht habe verfolgen können, da ihm Stindl die Sicht versperrt habe. Es gebe "keine logische Argumentation, dass dieses Tor zählt", meinte Baum, mit seiner Selbstbeherrschung ringend. Hecking hielt sich klugerweise raus aus der Debatte. "Wenn der Manuel das Tor moniert, dann ist das verständlich, aber für mich ist nur wichtig, dass das Tor zählt", erklärte er.

Das Barometer sinkt, die Fehlpass-Quote steigt

Die Borussia hatte während der ersten Halbzeit genug Chancen gehabt, um gegen den konstant, aber keineswegs überzeugend mauernden Gegner frühzeitig Klarheit zu schaffen. Ibrahima Traoré und Alassane Plea vergaben gute Gelegenheiten, die beste Möglichkeit ließ allerdings kurz vor der Pause Jonas Hofmann aus: Sein Foulelfmeter (Moravek hatte Neuhaus touchiert) landete in Kobels Armen, und darüber wiederum tobten am Seitenrand, angeführt von Manager Max Eberl, die Borussen: Nicht wegen des eher schwächlichen Schusses, sondern wegen des Augsburger Reservisten Gregoritsch, der hinter dem Tor den Schützen irritiert habe. Dass Plea den Nachschuss drüber drosch, das konnte man allerdings nicht dem Augsburger Saboteur anlasten, das war allein das Misslingen des Gladbacher Torjägers, der keinen guten Tag erwischt hatte.

Die zweite Halbzeit war vor allem vonseiten der Gastgeber eine zähe Angelegenheit. Während das Barometer sank (Dauerregen setzte ein), stieg die Fehlpass-Quote, die Borussen kamen nun kaum noch gefährlich vor das Augsburger Tor, auf den Rängen wurde gemurrt und manchmal auch gepfiffen. Dem FCA bot sich die eine oder andere Kontergelegenheit, doch Prioritäten setzten die Gäste weiterhin bei der Torsicherung. Erst nach dem 0:1 öffneten sie ihre defensiven Stellungen. In der Nachspielzeit ergab sich noch eine gute Freistoßszene für den FCA, dann besiegelte der eingewechselte Patrick Herrmann das Schicksal der Gäste mit einem schönen Präzisionstreffer. Aus dem Stand in den Winkel, dank eines Ratschlags des Großvaters. Herrmann: "Mein Opa hat früher immer gesagt: Wenn du nicht weißt, wohin mit dem Ball, dann schieß ihn einfach ins Tor rein."

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