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Autounfall von Boris Vukcevic:Zuckerschock mögliche Unfallursache

Der Zustand des verunglückten Hoffenheim-Profis Boris Vukcevic ist weiterhin unverändert kritisch. Als Unfallursache vermuten die ermittelnden Behörden einen Zuckerschock. Für die Mannschaft gibt es nun zwei Ruhetage.

Nach seinem Autounfall am Freitag liegt Boris Vukcevic weiterhin mit schweren Kopfverletzungen im künstlichen Koma. "Sein Zustand ist unverändert kritisch. Eine Prognose ist nicht möglich", sagte Hoffenheims Klubsprecher Holger Tromp. Von Entwarnung kann keine Rede sein, bleibende Schäden sind weiterhin zu befürchten. Die Eltern von Vukcevic sind bei ihrem Sohn auf der Intensivstation einer Heidelberger Klinik.

Die ermittelnden Behörden halten es für möglich, dass Vukcevic aufgrund eines Zuckerschocks die Kontrolle über seinen Mercedes verlor und in einen entgegen kommenden LKW prallte. "Nach Zeugenaussagen ist der Wagen von Vukcevic abrupt nach links ausgeschert. Vukcevic ist Diabetiker. Das wird unser erster Ansatz sein", sagte der Heidelberger Polizeisprecher Norbert Schätzle.

Auf Wunsch der Eltern hatte das Spiel zwischen 1899 Hoffenheim und dem FC Augsburg am Samstag stattgefunden. Das 0:0 trat unter den Umständen völlig in den Hintergrund. Hoffenheims Profis zogen sich nach dem Schlusspfiff als Ausdruck der Anteilnahme Trikots ihres Mannschaftskollegen mit der Nummer sieben über. Die Anhänger skandierten den Namen von Vukcevic. Augsburgs Spieler hatten sich mit der Aufschrift "Gute Besserung, Boris" auf ihren Shirts aufgewärmt.

"Entscheidend war die Familie von Boris, die gesagt hat, dass wir unbedingt spielen sollen - für ihn", erklärte Hoffenheims Trainer Markus Babbel und fügte hinzu: "Wenn wir ihm als Mannschaft das vielleicht entscheidende eine Prozent, dass er es schafft, geben können, dann wollen wir diese Energie rüberbringen."

Die Mannschaft wird vom Psychologen Jan Mayer betreut. Innenverteidiger Marvin Compper, der am Samstag als Kapitän aufgelaufen war und sich als einziger Hoffenheimer Spieler in der Öffentlichkeit äußerte, sprach von einem "großen Schock", befürwortete aber die Entscheidung, die Partie auszutragen. "Ich hätte es nicht gut gefunden, wenn wir nach der Nachricht getrennte Wege gegangen wären. Wir haben heute gemacht, was uns am meisten miteinander verbindet. Das, was wir alle lieben. Wir wollten ihm zeigen, dass wir da sind", sagte Compper, der seit 2008 im gleichen Verein mit dem im kroatischen Osijek geborenen Vukcevic spielt.

© Süddeutsche.de/dpa/dapd/sid/ska

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