Australian Open Görges checkt viel zu früh aus

In der Hitze von Melbourne kühlt sich Julia Görges mit einer Eis-Weste.

(Foto: AP)
  • Vor wenigen Tagen gewann Julia Görges noch das Vorbereitungsturnier in Auckland - nun ist sie bei den Australian Open bereits in der ersten Runde ausgeschieden.
  • Gegen die Amerikanerin Danielle Collins stand sie kurz vor dem Sieg, verlor dann aber knapp in drei Sätzen.
  • Rafael Nadal steht in der zweiten Runde.
Von Barbara Klimke, Melbourne

Das Hotelzimmer hatte Julia Görges für zwei Wochen gebucht. Routine für eine Weltreisende des Tennisgeschäfts, wie sie sagte, aber auch ein Indiz dafür, dass sie mit einem längeren beruflichen Aufenthalt beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres plante. Stattdessen wird sie nun vorzeitig aus ihrem Zimmer auschecken. Während Angelique Kerber mühelos mit einem 6:2, 6:2-Sieg über Polona Hercog (Slowenien) die Auftakthürde nahm, hat Görges - Halbfinalistin in Wimbledon vor einem halben Jahr - die erste Runde der Australian Open nicht überstanden.

Selbstverständlich sei sie enttäuscht, "darüber brauchen wir nicht zu reden", sagte Görges nach der 6:2, 6:7, 4:6-Niederlage gegen die US-Amerikanerin Danielle Collins, mit der sich zum ersten Mal in ihrer Karriere auseinandersetzen musste. Danielle Collins, 25, hatte noch nie ein Match bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen und im Gegensatz zu ihrer deutschen Gegnerin vor dieser Partie auch noch keinen Fuß auf die blauen Show-Courts der Anlage im Melbourne Park gesetzt. Görges dagegen, an Nummer 14 gesetzt, kam mit der Empfehlung eines Turniersiegs aus Auckland in Neuseeland nach Melbourne: Erstmals hatte sie dort einen Titel verteidigen können, und zudem, so erklärte sie noch am Wochenende, fühle sie sich am Anfang des Jahres stets voller Energie. Allerdings fügte sie fast prophetisch an, so ein Hochgefühl sei "keine Garantie dafür, dass man dann auch gut spielt".

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Zunächst jedoch legte die zweitbeste deutsche Tennisspielerin eindrucksvoll los am Montag um elf Uhr, kurz nachdem die Tore im Melbourne Park geöffnet hatte und die Temperaturen auf 30 Grad Celsius stiegen: Den ersten Satz entschied Görges in einer halben Stunde souverän zu ihren Gunsten. Auch im zweiten Durchgang lief bis zum 6:5 alles wie erwünscht, zwei Punkte fehlten zum Matchgewinn, als ihr ein paar flüchtige Fehler mit der Vorhand und beim ersten Aufschlag unterliefen. Sie verlor den Tiebreak und nach 2:24 Stunden und ein paar hilflosen Blicken zu ihrem Trainerteam auf der Tribüne dann auch Satz Nummer drei und das gesamte Match. Es war Görges' erste Auftaktniederlage bei den Australian Open, bei denen sie sich bereits dreimal bis ins Achtelfinale durchgeschlagen hatte.

Unterschätzt jedenfalls hatte sie ihre Gegnerin nicht: Danielle Collins gehört noch nicht lange zum festen Ensemble der globalen Tennisreisegruppe, hat sich aber einen Namen als eine der besten Collegespielerinnen der Vereinigen Staaten erworben. Seit sie regelmäßig bei WTA-Turnieren antritt, hat sie des Öfteren überrascht, unter anderem mit einem Halbfinaleinzug in Miami im vergangenen Jahr, als sie als Qualifikantin etwa Venus Williams auf dem falschen Fuß ertappte. Es gibt also Gründe dafür, dass sie sich bis auf Platz 35 der Tennisweltrangliste vorgearbeitet hat.

Für Julia Görges ist das Zweiwochenturnier nun schon nach wenigen Stunden beendet, für Wimbledonsiegerin Angelique Kerber, 30, indes fängt der Spaß gerade erst an: Sie hat am Montag gegen die 27-jährige Slowenin Hercog, Nummer 90 der Weltrangliste, kein Break zugelassen und konnte nach einer Stunden und zwölf Minuten ihren ersten Arbeitstag in der Rod-Laver-Arena mit 6:2 und 6:2 beenden, in jenem Stadion, in dem sie 2016 den ersten ihrer drei Grand-Slam-Siege gewann: "Das ist ein sehr besonderer Ort für mich, hier hat vor drei Jahren mit dem Titel alles begonnen", sagte sie, als sie den Zuschauern beim Abschied zuwinkte. Sie plant, noch ein paar Mal wiederzukommen.

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