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American Football:Made in Germany: NFL bekommt Zuwachs durch weitere Spieler

American Football
"Inzwischen wissen die, dass man nicht nur in den USA Football spielt und das auch gar nicht so schlecht. Aber der Schritt in die NFL ist trotzdem sehr groß", sagt David Bada. Foto: NFL/dpa (Foto: dpa)

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Washington (dpa) - Als sein Traum von der NFL in Erfüllung ging, war David Bada gerade 25 Jahre alt geworden, hundemüde und kämpfte mit dem Einschlafen.

In München war es 3.00 Uhr morgens, als in der Nacht von Donnerstag auf Freitag - seinem Geburtstag - der Anruf kam und der Verteidiger wusste: Er hat es in die stärkste Football-Liga der Welt geschafft. "Das ist schon ziemlich geil", sagte Bada der Deutschen Presse-Agentur. Inzwischen ist auch klar, in welchem Team er sich beweisen und die Trainer davon überzeugen muss, aus ihm mehr als nur einen Sparringspartner fürs Training zu machen. Sobald es die Corona-Krise zulässt, fliegt Bada zu den Washington Redskins.

Dort will der 135 Kilo schwere Defensive Lineman zeigen, dass auch Football made in Germany in der NFL eine Chance hat. So wie der vier Monate ältere Fullback Jakob Johnson aus Stuttgart, der vor einem Jahr über das gleiche Förderprogramm für internationale Spieler den Sprung zu den New England Patriots und dort sogar in den Kader der 53 spielberechtigten Profis geschafft hat. Johnson stand schließlich in drei Partien gemeinsam mit Football-Legende Tom Brady auf dem Platz. Nach dem Rücktritt von James Develin, der über Jahre auf Johnsons Position spielte, sind nun die Chancen auf deutlich mehr Spiele gestiegen. "Es ist schon eine neue Generation. Wir kommen über dieses Programm und zeigen, dass wir auch was verändern können", sagte Bada.

Dazu kommt in der kommenden Saison auch Dominik Eberle aus Nürnberg, der allerdings schon als Jugendlicher mit seiner Familie in die USA zog und wie die große Mehrheit am College Football spielte. Auf seiner Position als Kicker stellte er an der Utah State Universität einige Rekorde auf und überzeugte die Las Vegas Raiders davon, auch ihm einen Versuch als Profi zu ermöglichen. "Das macht dich einfach nur glücklich. Und ich bin unendlich dankbar, diese Chance bei den Las Vegas Raiders erhalten zu haben", sagte Eberle zuletzt ran.de. Experten sehen ihn sogar als Favoriten auf den Job als Stamm-Kicker.

Johnson und Bada haben sich dagegen über eine Serie von Camps und Probetrainings in Europa vorgearbeitet und waren am Ende jeweils in der kleinen Gruppe von in diesem Jahr neun Spielern, die in Florida auf NFL-Niveau trainiert wurden. Bada war im vergangenen Jahr ebenfalls dabei, schaffte die letzte Hürde aber nicht. Dieses Mal schickte die NFL vier Spieler aus dem International Player Pathway Program zu einem Team: Einen Mexikaner, einen Australier, der Österreicher Sandro Platzgummer - und eben Bada.

Er ist nun garantiert im Trainingskader der Redskins für die kommende Saison, kann sich aber so wie Johnson auch für eine aktive Rolle empfehlen. "Ich werde auf jeden Fall voll Gas geben für den 53-Mann-Kader. Und wenn es dieses Jahr nicht reicht, dann nächstes Jahr", sagte er. "Wenn ich für manche ein Vorbild bin, freut es mich. Umso mehr Verantwortung habe ich und umso mehr muss ich Gas geben."

Dass er dabei - wie im US-Sport als Spieler üblich - kein Mitspracherecht hatte und von der NFL einfach zu den Redskins gesteckt wurde, stört ihn nicht. "Ich glaube, am Schluss ist es irgendwo egal. Man will einfach Football spielen und sich mit den Besten messen. Wo du am Ende spielst, ist ein bisschen eine Schicksalsfrage", sagte er.

In Deutschland war Bada nach Stationen in München und Ingolstadt zuletzt für die Schwäbisch Hall Unicorns in der GFL aktiv. Zum Niveau in der NFL sagte er: "Es ist ein Schritt, aber es sind nicht hundert Welten. Man ist nicht so weit weg, wie man denkt, glaube ich."

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