bedeckt München 14°

3:4-Niederlage in Leverkusen:"Das wird noch ekelhafter"

Wie so oft in dieser Saison schafften es die Stuttgarter, den Gegner wieder wach zu küssen. Und nicht immer trägt nur Zornigers hochriskanter Offensivfußball die Schuld daran. Ein fahriges Abwehrverhalten der fast vollzählig im Strafraum versammelten Schwaben ermöglichten es Boenisch und Chicharito innerhalb von einer Minute (70./71.) ein 1:3 in ein 3:3 umzugestalten.

Freilich: Stuttgart wollte immer noch gewinnen. Unbedingt. Und ohne engmaschiges Sicherheitsnetz. Denn der VfB stand auch in der 89. Minute noch extrem hoch. Und so ließ er es zu, dass sich ein Verteidiger plötzlich zwei Leverkusenern gegenüber sahen. Hakan Calhanoglu, der minimal im Abseits gestanden hatte, legte in seiner besten Aktion des Tages den Ball mit viel Übersicht quer, wo der fintenreiche Admir Mehmedi einen Haken zum Zentrum schlug und zum 4:3 einschoss.

Vier Tage nach dem 4:4 in der Champions League gegen den AS Rom hatte Leverkusen erneut einen Zwei-Tore-Rückstand aufgeholt. 15 Tore in zwei Spielen - selten waren in den vergangenen Jahren im deutschen Profi-Fußball so kurzer Zeit an einem Ort so viele Treffer zu bestaunen.

"Gratulation dazu", sagte Zorniger, der fand, "dass diese Niederlage für uns ganz, ganz schwierig zu akzeptieren ist. Wir haben so viel richtig gemacht, wir waren mindestens ebenbürtig." Es tue ihm leid "für die Mannschaft und die Fans, die glauben müssen, sie würden ständig im gleichen Film sitzen".

In dieser Hinsicht könnte es eine harte Woche für die VfBler werden: Am Mittwoch geht es im Pokal nach Jena. "Das wird ekelhaft", kündigte Zorniger an. Am kommenden Sonntag reist dann Aufsteiger Darmstadt an, der auswärts noch ungeschlagen ist. Zornigers Ausblick: "Das wird noch ekelhafter."

© SZ vom 25.10.2015/chge
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema