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2. Liga:Präsident Finke tritt zurück

Es hat", sagte Abwehrspieler Thomas Bertels, "vom ersten Tag an nicht gepasst. Da hätten wir noch vier oder fünfmal den Trainer wechseln können." Alle drei Trainer (nach Effenberg kam noch René Müller) haben auch eine ähnliche Punkte-Bilanz, wobei das Team unter Müller in den letzten Spielen vielleicht den besten Fußball zeigte und gegen die Spitzenteams aus Freiburg (32. Spieltag, 1:2) und Nürnberg (34. Spieltag, 0:1) auch wahnsinnig viel Pech hatte. Müller wird in der dritten Liga Cheftrainer bleiben.

Sicher ist in Paderborn aber auch: Der Klub muss künftig sparen. Das TV-Geld reduziert sich um rund 90 Prozent auf nur noch 750 000 Euro, zudem läuft der Vertrag mit dem Trikotsponsor aus. Der Gesamtetat von ungefähr 20 Milionen Euro muss halbiert werden. Einigen Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle droht allerdings die Kündigung. Offen sind die Besetzung des Trainerpostens und die Planung des neuen Kaders, einen Sportdirektor gibt es seit der Entlassung von Michael Born im vergangenen März ohnehin nicht mehr. Dessen Vertrag und der von Stefan Effenberg wird allerdings mit dem Abstieg ungültig - beide müssen nicht mehr bezahlt werden.

Nur drei Spieler besitzen Verträge für die dritte Liga

Präsident Finke ist am Pfingstmontag als Präsident zurückgetren. Sein Nachfolger ist Martin Hornberger, der bisherige Geschäftsführende Vizepräsident und Gesamtgeschäftsführer. "Die vergangenen 20 Jahre haben mir viel Freude bereitet, aber auch viel Kraft gekostet", sagte Finke: "Auch wenn die jüngste sportliche Entwicklung nicht unseren Wünschen entspricht, ziehe ich dennoch ein positives Fazit."

Als Sponsor will er dem Klub aber weiter erhalten bleiben, er ist Inhaber der Möbelhauskette Finke. Immerhin kann der SCP die neue Spielzeit schuldenfrei angehen. Mit TV-Geldern aus der Erstligaserie 2014/15 und Transfererlösen hat er alle Verbindlichkeiten abgelöst. Bei der Mitgliederversammlung im November 2015 wurde ein Eigenkapital von knapp 1,4 Millionen Euro bilanziert.

Geld ist also ein bisschen da, aber kein Kader mehr. Nur drei Spieler besitzen Verträge für die dritte Liga, keiner davon ist Stammspieler. Der SC Paderborn muss sich nun komplett neu erfinden. Der bisher letzte Klub, der direkt von der ersten in die dritte Liga abgestiegen ist, war der FC St. Pauli. Und der hat es immerhin wieder in die zweite Liga geschafft. Allerdings erst nach vier Jahren in der damaligen Regionalliga Nord.