2. Fußball-Bundesliga:1860 stürzt in die Abstiegszone

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  • Der TSV 1860 verliert bei Erzgebirge Aue 4:1 und rutscht auf den 17. Tabellenplatz der 2. Bundesliga ab. Aue schafft hingegen einen wichtigen Sprung.
  • Der FC Ingolstadt bleibt im 18. Auswärtsspiel ungeschlagen und festigt mit einem 1:0-Sieg beim FSV Frankfurt die Tabellenführung. Der Karlsruher SC verpasst den Sieg im Derby gegen Aalen.
  • Alle Ergebnisse im Überblick

Aue verschärft Münchner Krise

Die Krise bei Fußball-Zweitligist 1860 München hat sich weiter verschärft. Die Mannschaft von Trainer Markus von Ahlen unterlag beim bisherigen Schlusslicht Erzgebirge Aue nach einer über weite Strecken enttäuschenden Vorstellung mit 1:4 (0:3) und rutschte auf einen Abstiegsplatz ab. Für von Ahlen war es in seinem dritten Spiel als Löwen-Coach die zweite Niederlage.

René Klingbeil (2.), Arvydas Novikovas (8.) und Romario Kortzorg (15.) sorgten für einen Blitzstart der Gastgeber, die durch den dritten Saisonsieg die Abstiegsplätze verließen. Valdet Rama (52.) verkürzte vor 10.000 Zuschauern nach der Pause zwischenzeitlich für die Münchner, ehe Rico Benatelli (75.) den alten Abstand wieder herstellte.

Die Gäste verschliefen die Anfangsphase komplett, hatten aber auch Pech, dass vor dem ersten Treffer eine klare Abseitsposition von Vorlagengeber Kortzorg nicht abgepfiffen wurde. Nach dem frühen Rückstand wirkten die Löwen völlig konfus, Aue nutzte diese Phase eiskalt aus. Nach dem Wechsel zeigten die Münchner mehr Gegenwehr und wurden durch Rama belohnt. Danach waren die Löwen um den Anschlusstreffer bemüht, Aue stand in der Defensive aber meist sicher und ließ kaum Chancen zu.

Ingolstadt baut Tabellenführung aus

Der FC Ingolstadt hat seine Tabellenführung mit einem Rekord behauptet. Die Oberbayern setzten sich beim FSV Frankfurt nach einer durchschnittlichen Leistung mit 1:0 (1:0) durch und blieben damit als erste Zweitliga-Mannschaft in 18 Auswärtsspielen hintereinander ungeschlagen. Lukas Hinterseer sicherte dem FCI mit seinem vierten Saisontor (19.) die Bestmarke - und schoss die harmlosen Frankfurter auf den letzten Platz.

Nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte darf der Klub nun plötzlich vom Aufstieg träumen, auch wenn das Spiel der Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl vor 4160 Zuschauern diesmal nur bedingt dazu geeignet war, diese Träume zu befeuern.

Karlsruhe verpasst verdienten Sieg

Trotz drückender Überlegenheit kam der Karlsruher SC im badisch-schwäbischen Vergleich nur zu einem 0:0 gegen den VfR Aalen. Bei sommerlichen Temperaturen erspielte sich der KSC vor 12 494 Zuschauern im Wildparkstadion gegen die defensiv eingestellten Gäste zwar viele Chancen, blieb aber erfolglos. Wenigstens war es für den KSC der erste Punktgewinn nach drei Niederlagen in Folge. Aalen bleibt in dieser Saison weiter ohne Sieg.

Kessel ärgert Fürth mit zwei Toren

Die SpVgg Greuter Fürth hat den ersten Auswärtssieg in der laufenden Saison der 2. Fußball-Bundesliga im letzten Augenblick noch verspielt. Am Samstag kamen die Franken bei Eintracht Braunschweig trotz einer 2:0-Führung nicht über ein 2:2 (0:0) hinaus. Die Treffer von Marco Stiepermann (59. Minute) und Kacper Przybylko (68.) reichten Fürth nicht, denn Benjamin Kessel (72./90. + 3) sorgte mit zwei späten Toren vor 21 200 Zuschauern doch noch den für Ausgleich.

Die Fürther waren in der Anfangsphase die deutlich bessere Mannschaft, vergaßen aber bei aller Spielfreude den Torabschluss. Die Braunschweiger konnte sich erst nach einer halben Stunde aus der Umklammerung befreien, blieben aber ebenfalls im Angriff harmlos. Aufregend wurde es erst nach der Pause: Stiepermann und Przybylko überwanden jeweils nach einem Konter Eintracht-Keeper Rafal Gikiewicz und bescherten den Gästen eine 2:0-Führung. Doch Kessel läutete mit dem schnellen Anschlusstreffer die Schlussoffensive der Braunschweiger ein. Und in der allerletzten Sekunde rettete Kessel mit einem Kopfballtor Braunschweig noch das Unentschieden.

Union Berlin dreht Rückstand und feiert zweiten Saisonsieg

Union Berlin hat sich mit dem zweiten Saisonsieg einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga gefeiert. Die Berliner besiegten den SV Sandhausen 3:1 (0:1) und verließen zumindest vorläufig die Abstiegsränge. Sebastian Polter (52./80.) und Sören Brandy (59.) drehten nach dem Rückstand durch Seyi Olajengbesi (24.) mit ihren Toren die Begegnung. Durch den Sieg kann auch der in der Kritik stehende Trainer Norbert Düwel erst einmal durchatmen. Mit zehn Zählern zog Union zudem an den punktgleichen Gästen, die ihre dritte Niederlage in Folge kassierten, vorbei.

"Was die Mannschaft in der zweiten Halbzeit geleistet hat, war sensationell. Da haben wir ein richtiges Feuerwerk abgebrannt und uns mit drei Toren belohnt", sagte Düwel. Vor 17.106 Zuschauern war das Spiel der Gastgeber im ersten Durchgang ohne Ideen. Sandhausen stand kompakt in der Defensive, Union kam kaum zu Möglichkeiten. Eine Standardsituation nutzen die Gäste zur Führung. Nach einer Freistoßflanke von Leart Paqarada setzte sich Olajengbesi gegen Fabian Schönheim durch und köpfte aus vier Metern ein.

Nach der Pause erhöhten die Berliner den Druck und wurden schnell belohnt. Nach Vorarbeit von Brandy traf Polter zum Ausgleich. Drei Minuten später parierte Gäste-Schlussmann Marco Knaller bei einem Schuss von Benjamin Köhler glänzend. Köhler bereitete per Freistoß auch den Treffer von Brandy vor.

Der 1. FC Nürnberg hat in der 2. Fußball-Bundesliga einen Befreiungsschlag gefeiert. Die Franken gewannen am zehnten Saisonspieltag zu Hause gegen den bisherigen Tabellenvierten RB Leipzig mit 1:0 (0:0).

Vor 28 571 Zuschauern sorgte Alessandro Schöpf (74. Minute) für den entscheidenden Treffer. Für die schwach in die Saison gestarteten Franken war es nach dem 3:2 gegen Kaiserslautern und dem 1:1 beim VfL Bochum das dritte Erfolgserlebnis nacheinander.

Schöpf trifft zum Sieg

Der "Club" startete besser und hatte durch Jakub Sylvestr (18.) seine beste Chance in der ersten Hälfte. Der letztjährige Torschützenkönig verzog aber. Eine Nürnberger Nachlässigkeit konnte der Aufsteiger aus Sachsen kurz vor der Pause durch Yussuf Poulsen (41.) nicht nutzen. Der Däne scheiterte mit seinem zu schwachen Schuss an FCN-Keeper Patrick Rakovsky.

Nach der Pause war keines der beiden Teams trotz offensiver Ausrichtung wirklich zwingend - bis Schöpf traf. Nach entschlossenen Einsatz von Niclas Füllkrug war der ehemalige Bayern-Amateur mit einem sehenswerten Distanzschuss zur Stelle. Danach nahm das Spiel noch einmal richtig Fahrt auf. Nürnberg ließ seine Konter ungenutzt, die Leipziger Mühen blieben unbelohnt.

"Kompliment an die Mannschaft. Sie hat alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir uns noch gesteigert. Insgeamt haben wir einen Schritt nach vorn gemacht und vor allem unsere Fans wieder mit ins Boot genommen", meinte Nürnbergs Coach Valérie Ismael.

Bochum setzt kuriose Serie fort

Dagegen geht die sonderbare 1:1-Serie des VfL Bochum weiter. Gegen Darmstadt 98 spielte der Zweitligist im sechsten Heimspiel der Saison zum sechsten Mal 1:1 - das hat es in der Geschichte beider Fußball-Bundesligen noch nie gegeben. Bereits das fünfte Spiel war ein Novum.

Während der 1. FC Kaiserlautern den Sprung an die Tabellenspitze verpasst, verbessert sich Darmstadt 98 auf Rang zwei. Die Pfälzer kamen nicht über ein 1:1 (0:0) beim Aufsteiger 1. FC Heidenheim hinaus, Darmstadt verschenkte mit dem späten Gegentreffer zum 1:1 (1:0) in der Nachspielzeit beim VfL Bochum zwei Punkte.

Schnatterer sorgt für das Remis

In Heidenheim hatte der eingewechselte Amin Younes (77.) den FCK zunächst mit 1:0 in Führung geschossen, bevor Marc Schnatterer (79.) den Gastgebern mit seinem sechsten Saisontor zumindest einen Punkt rettete.

13 000 Zuschauer, darunter 1500 aus Kaiserslautern, sahen eine kampfbetonte Begegnung, in der es der FCK bereits in der ersten Halbzeit versäumte, sich für seine spielerische Überlegenheit zu belohnen.

Forssell rettet einen Punkt gegen Darmstadt

In Bochum hatte Romain Bregerie (10.) den Aufsteiger aus Hessen in Führung gebracht, Mikael Forssell traf jedoch in der fünften Minute der Nachspielzeit auf Kopfvorlage von VfL-Torhüter Andreas Luthe für die Gastgeber.

Darmstadt ist nun seit drei Spielen ohne Sieg, Bochum bereits seit vier Partien. Eines der Highlights der Partie war eine Premiere: Schiedsrichter Robert Hartmann aus Wangen benutzte in der siebten Minute erstmals im deutschen Profi-Fußball das neue Freistoßspray und bekam von den 19 618 Zuschauern Szenenapplaus. Den Freistoß schoss der Bochumer Yusuke Tasaka allerdings in die Mauer.

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