bedeckt München 15°
vgwortpixel

2. Bundesliga:Wegen Polizei-Großeinsatz in Chemnitz: Dresden gegen HSV abgesagt

Chemnitz

Die Gruppe "Revolution Chemnitz" fühlte sich offenbar ermutigt durch die Krawalle in der Stadt: Polizisten bei Protesten im August 2018.

(Foto: Jan Woitas/dpa)
  • Die Deutsche Fußball Liga sagt das Spiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV ab.
  • Grund dafür sind die geplanten Demonstrationen in Chemnitz, bei denen zahlreiche Polizisten im Einsatz sein werden.
  • Die für das Zweitligaspiel vorgesehenen Polizeikräfte können deswegen nicht zur Verfügung stehen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat das für Samstag geplante Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und dem Hamburger SV auf Drängen der sächsischen Polizei abgesagt. In Chemnitz sind am selben Tag mehrere Demonstrationen geplant, die Polizei hatte aufgrund des benötigen Aufgebots in Chemnitz um eine Verlegung der Partie in Dresden gebeten.

"Auf Initiative des Freistaats Sachsen und der Landeshauptstadt" sei das Spiel des Bundesliga-Absteigers in Dresden abgesagt worden, teilte die DFL am Freitagabend mit. "Aufgrund der bevorstehenden Versammlungslage in Chemnitz am kommenden Samstag werden alle verfügbaren Polizeikräfte des Bundes und der Länder zur dortigen Einsatzbewältigung benötigt", heißt es weiter. "Diese stehen deshalb nicht zur Absicherung des Fußballspiels der 2. Bundesliga SG Dynamo Dresden - Hamburger SV zur Verfügung."

Rechtsradikalismus Eine unselige Tradition
Hooligans und Rechtsextreme

Eine unselige Tradition

In Ostdeutschland gibt es seit langem eine enge Verbindung zwischen Hooligans und Rechtsextremen. Sie mobilisieren sich gemeinsam - die gewaltbereite Szene ist inzwischen bestens organisiert.   Von Antonie Rietzschel

Die beiden Klubs teilten ihr Bedauern über die Absage mit. "Wir hatten auf diese Entscheidung keinerlei Einfluss und bedauern die Spielabsage sehr, weil wir uns wie über 30 000 Fans auf ein Fußballfest gefreut hatten", sagte Dynamos kaufmännischer Geschäftsführer Michael Born.

HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann erklärte: "Natürlich hätten wir gerne morgen in Dresden gespielt und sind sportlich vorbereitet gewesen, entsprechend enttäuscht sind wir von dieser Absage. Aber wir müssen wie unser Gegner der Anordnung des sächsischen Innenministeriums folgen."

Mehrere Gruppen wollen im Chemnitzer Stadtgebiet demonstrieren

Zuvor hatte sich bereits der sächsische Polizeipräsident Jürgen Georgie auf einer Pressekonferenz geäußert. "Wir müssen auch unter Abwägung aller dieser Umstände berücksichtigen, dass die Kräfte, die wir in Chemnitz brauchen, Auswirkungen auf andere Ereignisse haben werden. Für den Freistaat Sachsen haben wir darum gebeten, die morgige Begegnung zwischen dem HSV und Dynamo Dresden zu verlegen", so Georgie. Die Polizei müsse sich bei den Demonstrationen auf eine Teilnehmerzahl im unteren fünfstelligen Bereich einstellen.

Für Samstag haben nach derzeitigem Stand der AfD-Landesverband Sachsen, die Bürgerbewegung Pro Chemnitz sowie das Bündnis Chemnitz Nazifrei zu Demonstrationen im Chemnitzer Stadtgebiet aufgerufen. Das Spiel in Dresden ist mit mehr als 30.000 Zuschauern, darunter 3000 Hamburger Fans, ausverkauft.

© SZ.de/sid/dpa/tbr
Flüchtlings- und Migrationspolitik Eine Stadt, die nicht zur Ruhe kommt

Chemnitz

Eine Stadt, die nicht zur Ruhe kommt

Zum Hauptverdächtigen des Tötungsdelikts in Chemnitz werden neue Details bekannt. Seine Personaldokumente waren offenbar "Totalfälschungen". Für das Wochenende sind erneut Großdemonstrationen geplant.   Von Jens Schneider