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2. Bundesliga:Paderborn steigt erstmals auf, Fürth in der Relegation

2. Bundesliga SC Paderborn - VfR Aalen

Jubel in Paderborn: Hier bei Torschütze Mario Vrancic.

(Foto: dpa)

Letzter Spieltag in der 2. Bundesliga: Der SC Paderborn verteidigt Platz zwei und steigt zum ersten Mal in die Fußball-Bundesliga auf. Fürth trifft in der Relegation auf den HSV. In Dresden provozieren Fans eine Spielunterbrechung und bedrohen die Spieler.

Der SC Paderborn ist erstmals in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Die Ostwestfalen gewannen am Sonntag ihr Heimspiel gegen den VfR Aalen hauchdünn mit 2:1 und behaupteten damit am letzten Zweitliga-Spieltag den zweiten Tabellenplatz hinter dem bereits länger als Aufsteiger feststehenden 1. FC Köln. Paderborn ist der 53. Verein in der Bundesliga.

Die SpVgg Greuther Fürth beendete die Saison nach einem 2:0 gegen den SV Sandhausen auf Rang drei. Damit kämpfen die Franken in zwei Relegationsspielen gegen den Hamburger SV, der am Samstag in der Bundesliga Platz 16 belegt hatte, um die direkte Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse. In der ersten Partie muss Fürth am Donnerstag in Hamburg antreten. Das entscheidende zweite Spiel findet am kommenden Sonntag in Fürth statt. "Wir haben den HSV natürlich beobachtet, man muss ja für alle Fälle vorbereitet sein", berichtete Fürths Trainer Frank Kramer.

Fürth hatte im Fernduell mächtig Druck auf Paderborn aufgebaut. Torjäger Ilir Azemi (52.) brachte die Franken mit seinem 14. Saisontor gegen Sandhausen in Führung, Zoltan Stieber (83.) machte alles klar. Ein Ausgleich in Paderborn hätte den Franken doch noch den ersehnten direkten Aufstiegsplatz beschert. Die Hoffnungen zerschlugen sich.

Für den 1. FC Kaiserslautern erfüllten sich die ohnehin minimalen Hoffnungen auf Platz drei beim Saisonfinale nicht. Die Pfälzer verloren 2:4 in Düsseldorf.

Die SG Dynamo Dresden hat den Klassenverbleib in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst und steigt in die 3. Liga ab. Dresden verlor am Sonntag das entscheidende Duell gegen Arminia Bielefeld mit 2:3 (0:1). Bielefeld spielt damit in der Relegation gegen Darmstadt 98 um den Ligaverbleib. Die Partie musste beim Zwischenstand von 0:2 mehrere Minuten lang unterbrochen werden, weil Zuschauer Feuerwerkskörper auf das Spielfeld warfen.

Nach dem Spiel bedrohten sogenannte Fans die Spieler von Dynamo Dresden. Die Anhänger entrollten auf der Tribüne ein Transparent mit der Aufschrift: "Ihr habt eine Stunde, um die Stadt zu verlassen." Die Klub-Verantwortlichen reagierten alarmiert auf die Aktion. "Solche Drohungen der Fans muss man immer ernst nehmen", erklärte Sport-Geschäftsführer Ralf Minge.

Ein großes Polizeiaufgebot verhinderte nach dem Spiel Auseinandersetzungen zwischen Fans aus Dresden und Bielefeld. Die Abreise der Bielefelder Fans sei problemlos verlaufen, ebenso die Abfahrt des Mannschaftsbusses von Arminia Bielefeld, teilte eine Polizeisprecherin am Sonntagabend mit. Einsatzkräfte wurden nach Polizeiangaben nach dem Spiel am Wiener Platz mit Pyrotechnik und Flaschen beworfen. Rund 100 Dresdner Fans hätten es offenbar auf eine Auseinandersetzung mit Bielefeldern angelegt. Dazu sei es aber nicht gekommen. Insgesamt waren 1000 Beamte im Einsatz.

Der SC Paderborn machte einen der ungewöhnlichsten Aufstiege der Bundesliga-Historie perfekt. Das Team von Trainer André Breitenreiter wahrte am Sonntag vor 15 000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena dank der Tore von Marc Vucinovic (14. Minute) und Mario Vrancic (21.) den Zwei-Punkte-Vorsprung auf Fürth und wird damit zum 53. Debütanten im Fußball-Oberhaus. Den Führungstreffer für die Gäste erzielte Joel Pohjanpalo (9.).

Die Erfolgsstory überrascht selbst die kühnsten Optimisten. Trotz eines geringen Etats von nur 6,2 Millionen Euro sicherte sich Paderborn hinter dem 1. FC Köln den zweiten Tabellenplatz. Ein starker Saison-Endspurt mit zuletzt nur einer Niederlage in zehn Spielen ebnete dem Verein den Weg ins Glück. Auch im vorerst letzten Zweitliga-Spiel erwies sich die Mannschaft als nervenstark und steckte den Rückstand durch den Finnen Pohjanpalo schnell weg. Fünf Minuten später bereitete Vrancic den Ausgleich durch Vucinovic vor, danach vollendete er selbst zum 2:1. Es war zugleich der Endstand, um den Paderborn in Hälfte zwei bis zum Abpfiff gegen engagierte Aalener zittern musste.

© SZ.de/dpa/hum
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