2:1-Sieg des FC Bayern Ausgerechnet Reus erzielt das Dortmunder Führungstor

Die Dortmunder machten den Bayern den Spielaufbau so schwer wie möglich. Durch frühes Anlaufen - und indem der Dortmund-Japaner Shinji Kagawa den München-Spanier Xabi Alonso quasi am Bayern-Strafraum in Manndeckung nahm. Statt wie sonst Alonso die Spieleröffnung anzuvertrauen, mussten die Münchner Verteidiger häufig auf Umwegen um ihn herumspielen.

Und dann nahm dieses intensive Spiel nach einer halben Stunde eben so richtig Fahrt auf mit einer dieser Geschichten, von denen der Fußball gerne behauptet, dass nur er sie schreibt. Ein Abwurf des BVB-Keepers Roman Weidenfeller, ein Hackentrick von Pierre-Emerick Aubameyang auf Henrikh Mkhitaryan, der spielt den Ball wieder in den Lauf von Aubameyang, der wiederum flankt aus vollem Lauf auf Reus. Kopfball aus zehn Metern, 0:1 (31.). Zwischenfazit in der Fußball-Sprache: "Ausgerechnet Reus!"

BVB in der Einzelkritik

Völlig enthemmt

Bisher, das musste man sagen, ging die Taktik des BVB-Trainers Jürgen Klopp ziemlich gut auf.

Unzählige Gelegenheiten hatten die Münchner allerdings trotzdem, vor allem Robben und Thomas Müller spielten die Dortmunder Defensive regelmäßig schwindelig. Womöglich auch deshalb sah der Bayern-Trainer Pep Guardiola keine Veranlassung, all seine Pläne über den Haufen zu werfen, wie er das ja sonst häufig tut. Er schob lediglich seine Abwehrreihe etwas weiter nach vorne. Guardiola vertraute der identischen Formation wie beim 7:1 kürzlich beim AS Rom: mit Medhi Benatia, Jérôme Boateng und David Alaba in der Dreierkette - und Mario Götze in der Spielgestalter-Rolle. Jedenfalls bis zur 70. Minute, dann musste Götze nach einem insgesamt blassen Auftritt Franck Ribéry weichen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte alleine der unglaublich agile Müller ein halbes Dutzend Großchancen nicht im Tor untergebracht; die allergrößte in der 38. Minute, als er alleine vor dem BVB-Schlussmann dessen Oberarm anschoss. Robert Lewandowski wiederum traf - auch aus kürzester Distanz -Weidenfellers Standbein (51.).

Mats Hummels verletzt sich und wird wohl Wochen fehlen

Dortmund musste in der zweiten Halbzeit ohne Mats Hummels auskommen, der verletzungsbedingt in der Kabine geblieben war. Jürgen Klopp berichtete: "Er ist hoch gesprungen, aufgekommen, hat große Schmerzen gehabt. Sieht nicht gut aus." Der Dortmunder hatte Schmerzen an der Stelle, an der er schon mal einen knöchernen Bänderausriss hatte. Eine Diagnose stand am Abend noch aus, eventuell wird der Verteidiger aber Wochen fehlen. Der Nationalspieler fehlte im Spiel zunächst hinten als Stabilisator, aber auch in der Spieleröffnung.

Der Alonso-Beschatter Kagawa wurde in der 71. Minute entkräftet ausgewechselt. Dann dauerte es nur noch Sekunden, ehe den Bayern der Ausgleich gelang. Einen Steilpass von Ribéry lenkte der (für Hummels gekommene) Neven Subotic unglücklich in den Lauf von Lewandowski. Der nutzte die Verwirrung und schickte den Ball ohne Umwege ins Tor (72.). Und etwas später verhakten sich Subotic und Ribéry im Strafraum: Arjen Robben verwandelte den Elfmeter sicher zum 2:1 (85.). Jürgen Klopp bilanzierte leise: "Es ist zwar hart, weil wir viel investiert, die beste erste Halbzeit seit langem gespielt und trotzdem nichts bekommen haben. Daran haben wir zu knabbern, auch wenn der Druck irgendwann zu groß wurde und die Niederlage nicht unverdient war." Tatsächlich schaffte es Dortmund in der zweiten Hälfte fast überhaupt nicht mehr, den Ball zu behaupten, geschweige denn Chancen herauszuspielen. Klopps Gegenüber Pep Guardiola hob die Rolle eines Eingewechselten heraus: "Franck Ribéry hat uns nach seiner Einwechslung sehr geholfen."

Um es mit Karl-Heinz Rummenigge zu sagen: Der FC Bayern hatte gerade noch mal die Kurve gekriegt. Hier und jetzt. Auf dem Platz.


Quelle: Opta Sportdaten

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