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1860 München: Investor Ismaik:Bis 2014 in die erste Liga

Der Einstieg von Hasan Ismaik bei 1860 München ist endgültig perfekt. Er übernimmt sogar 60 Prozent der Klubanteile. Der Jordanier träumt bereits: Bald soll 1860 zurück in der Bundesliga sein - und in zehn Jahren so groß wie der FC Barcelona.

Markus Schäflein

Der jordanische Investor Hasan Ismaik hat für 18,4 Millionen Euro 60 Prozent der Anteile an der KGaA des Fußballzweitligisten TSV 1860 München übernommen, davon 49 Prozent stimmberechtige. Die elf Prozent ohne Stimmrecht beruhen auf einem unerwartet aufgetauchten Finanzloch von rund fünf Millionen Euro, das Isamik kurzfristig noch ausgleichen musste.

Pk 1860-München mit Investor Ismaik

Offozieller Termin in München: Hasan Ismaik (links) und Präsident Dieter Schneider.

(Foto: dpa)

Dies wurde am Dienstag bekannt, als der Klub und der Investor ihre Partnerschaft in der Arena vorstellten. "Es hätte sich Mitte Mai rein rechnerisch noch mal eine Anteilssumme von 20 Prozent ergeben", sagte 1860-Präsident Dieter Schneider, "da hat sich die Fairness von Herrn Ismaik noch einmal ganz besonders gezeigt. Er hat nicht gewünscht, dass er so einen großen Anteil hält, dass wir uns als kleiner Minderheitenanteilseigner fühlen."

An der Geschäftsführungs-GmbH, die der KGaA übergeordnet ist, hält der Verein ohnehin nach wie vor 100 Prozent. Am Montag hatte die Deutsche Fußball-Liga den Löwen die Lizenz für die kommende Saison erteilt; Ismaik ist damit der erste ausländische Investor in der Bundesliga.

Der Jordanier, der mit Immobiliengeschäften in Dubai reich wurde und nun auch in Europa Fuß fassen will, hegt mit 1860 große Pläne. "In drei Jahren möchten wir in der ersten Liga sein", sagte Ismaik, "in meinen Träumen will ich in zehn Jahren sein, wo Barcelona jetzt ist, aber realistisch weiß ich, dass dazu alles perfekt laufen muss."

1860 solle "in einigen Jahren eine Weltmarke" sein, wirtschaftlicher Gewinn stehe nicht im Vordergrund: "Jeder weiß, dass man mit Fußball kein Geld verdienen kann. Sollten wir einmal ein positives Ergebnis erzielen, würde ich es wieder in die Mannschaft investieren", sagte Ismaik.

Den Status Quo will Ismaik in Ruhe analysieren. "Wir werden nicht nach dem Motto handeln: Jetzt schüttet jemand das Füllhorn der Millionen über uns aus, und wir können es gar nicht schnell genug ausgeben", sagte Schneider. "Wir können die Konsolidierung ohne Sorgen, aber weiterhin mit der ganzen kaufmännischen Ernsthaftigkeit betreiben."

Der Aufsichtsrat werde zurücktreten und neu gewählt, mit sechs statt neun Mitgliedern. Für das Gremium kommen auch Ismaik und Berater Hamada Iraki in Frage; Schneider betonte aber: "Sie müssen demokratisch gewählt werden - wie jeder andere."

© SZ vom 08.06.2011/ebc
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