1860 München: Chronik der HorrorzeitSogar Mietpflanzen sind weg

14 Millionen Schulden, leere Konten, nun doch die vorläufige Rettung in letzter Sekunde: Eine Chronologie der jüngsten finanziellen Horrorzeit der Löwen. In Bildern.

14 Millionen Schulden, leere Konten, nun doch die vorläufige Rettung in letzter Sekunde: Eine Chronologie der jüngsten finanziellen Horrorzeit der Löwen. In Bildern.

14. Juli 2010:

Die jüngste Horrorzeitrechnung der Löwen beginnt: Um 9.31 Uhr erscheint Richterin Elisabeth Waitzinger im Münchner Landgericht I. Sie liest vor: "Die Beklagte wird verurteilt, 542.344 zu bezahlen, nebst Zinsen, und trägt die Prozesskosten." Um 9.34 Uhr geht die Richterin wieder. Mit dem Urteil steht fest: Die 1860-Profifußballabteilung (KGaA) hat den Catering-Prozess verloren, mit dem Geschäftsführer Manfred Stoffers Millionen zurückholen wollte. Die Roten hätten ihre Monopolstellung als Arena-Besitzer ausgenutzt, glaubte er, und dem TSV unzumutbare Mietbedingungen auferlegt. Auch der Verkauf der Arena-Anteile 2006 für elf Millionen Euro sei unter Marktwert gewesen, befand Stoffers. Falsch gedacht. Der Geschäftsführer zieht am nächsten Tag "die persönlichen Konsequenzen" - und tritt zurück.

17. Juli 2010:

1860-Präsident Rainer Beeck, Unterstützer des Kurses von Stoffers, ändert mal wieder seine Politik und geht auf den FC Bayern zu. Was keiner ahnt: Stoffers hat offenbar gar keine Rücklagen für den Prozess gebildet.

Bild: dpa 2. April 2011, 10:142011-04-02 10:14:08 © sueddeutsche.de/ebc