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1860 München:Rejek fordert Offenheit, wenn es um Kritik geht

Die Forderung nach Entlassung beider Geschäftsführer trifft Sie mitten im laufenden Lizenzierungsverfahren.

Der Zeitpunkt macht wirklich überhaupt gar keinen Sinn. Und wenn, dann macht man das hinter verschlossenen Türen, da findet man eine Regelung, dann geht man durch die Lizenz, dann einigt man sich wie auch immer. Wenn jemand mit meiner Arbeit nicht zufrieden ist, soll er mir das sagen, dann kann man sich darüber einigen, dafür gibt es Satzungen und Verträge, dann ist das so.

Ismaik sagt, Ihre Einstellung war eine Fehlentscheidung des ehemaligen Präsidenten Gerhard Mayrhofer.

Bei allen Entscheidungen und Personalien war Hasan mit beteiligt. Ich bin vor meinem Antritt runter geflogen nach Abu Dhabi. Ich hatte gute Gespräche mit Mayrhofer und Noor Basha, mit den ganzen Plänen, was sie machen wollen, Aufsteigen, Professionalisieren, Marke aufbauen. Ich hatte ein Gespräch in Abu Dhabi, und danach hieß es: Ja, wir machen das. Sich jetzt hinzustellen und zu sagen, der Mayrhofer hat die falschen Entscheidungen getroffen - das kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe in meiner Vita stehen, was ich zu bieten habe, und ich habe nichts anderes verkauft, als ich zu bieten hatte.

Einige Anhänger fanden Ismaiks Auftritt gut - auch, weil er ein neues Stadion in Riem versprochen hat.

Ehe in einer Arena in Riem gegen den Ball getreten wird, vergehen sieben bis acht Jahre! Niemand weiß, wie teuer dieses Bauprojekt werden wird. Es gibt ja noch überhaupt keine Prüfung, keine Machbarkeitsstudie!

Ein Hauptvorwurf Ismaiks an Sie ist seit Monaten, dass Sie eine Powerpoint-Präsentation zur Marke 1860 für 50 000 Euro erstellen ließen.

Da handelt es nicht um eine einzelne Präsentation, sondern um einen Identitätsprozess, und das war auch eines der Themen, für die man mich hier hingeholt hat, jedenfalls hat man mir das damals mit auf den Weg gegeben. Damals hieß es ja, wir wollen aufsteigen, uns professionalisieren und aus Sechzig eine starke Marke machen. Das hatte ich in Dortmund schon gemacht, in der glücklichen Situation, dass der BVB der erste Verein in Deutschland war, der dies in der Tiefe so gemacht hat. I

ch habe die Ergebnisse unserer Analyse bei Sechzig vor Mitgliedern des Verwaltungsrats, dem Präsidium und KGaA-Beirats präsentiert, und von allen wurde es sehr positiv bescheinigt. Herr Ismaik kennt diese Präsentation gar nicht, er war nicht dabei. Ulrich Bez war dabei, sein damaliger Abgeordneter im Beirat. Irgendjemand hat ihm dann was zugerufen, noch eine Zahl dazu gedichtet, und jetzt hat man wieder so ein Alibithema.

© SZ vom 21.02.2016/jkn

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