bedeckt München
vgwortpixel

TSV 1860 München:Weltpolitische Vergleiche von Ismaik

02.11.2019, Fussball 3.Bundesliga 2019/2020, 14. Spieltag, TSV 1860 München - Viktoria Köln, im Stadion an der Grünwald

Das durchgestrichene Konterfei von Hasan Ismaik neuerdings auch als Schwenkfahne: „Die verfolgen eine Ideologie, eine Gesinnung, die nicht den sportlichen Erfolg beinhaltet“, sagt der Investor über seine Gegner.

(Foto: Renate Feil / MiS / imago)
  • Bei 1860 München übernimmt vorerst Interimstrainer Oliver Beer den Job des Urgesteins Daniel Bierofka - der hatte frustriert den Verein verlassen.
  • Jetzt gibt es neuen Streit bei den Löwen, an dem auch Investor Ismaik wortreich beteiligt ist.

Am Freitag um 11.30 Uhr gab Oliver Beer seine erste und womöglich letzte Spieltags-Pressekonferenz als Cheftrainer von 1860 München. Nach der Flucht von Daniel Bierofka hatte dessen bisheriger Assistent das Amt übernommen, und er teilte mit: "Wir haben natürlich die letzten Tage weiterhin trainiert."

Das war schon einmal eine gute Nachricht, und außerdem habe die Mannschaft sogar "versucht, den Fokus aufs Spiel zu legen". Es war vor dem Auftritt in Halle an diesem Samstag (14 Uhr) natürlich kein einfacher Versuch. "Wir hatten hier etwas aufgebaut, Biero ist eine Ikone, es ist ja klar, dass es die Mannschaft emotional mitgenommen hat", sagte Beer. Vor allem Stürmer Sascha Mölders litt unter dem Abschied seines Kumpels, er soll sogar mal laut geworden sein in der Kabine. "Wer den Sascha kennt, weiß, dass er seine Meinung hat", meinte Beer. "Er wird wieder vorangehen am Samstag, da mache ich mir keine Sorgen."

TSV 1860 München Hymnen des Irrsinns auf Bierofka
TSV 1860 München

Hymnen des Irrsinns auf Bierofka

1860 verabschiedet Daniel Bierofka mit einem vielstimmigen Chor warmer Worte. Die Flucht des Trainers könnte sich zum Politikum entwickeln.   Von Markus Schäflein und Philipp Schneider

Dass es zuletzt auch zwischen ihm und Bierofka Spannungen gegeben habe, bestritt Beer, allzu viel ausgetauscht über Training und Taktik haben sich die beiden nicht: "Wer den Biero kennt, weiß, dass er sehr intensive Trainingsarbeit betreibt und alles kontrollieren will. Aber ich hatte noch genug andere Themen, mir ist nicht langweilig geworden." Beer kennt Bierofka seit über 20 Jahren, er wurde von ihm auch als Assistenztrainer nach Giesing geholt, und er betonte: "Der Dienstag war für mich emotional katastrophal, das muss man ganz klar so sehen."

Bierofka, der bei einem Vertrag bis 2022 auf sehr viel Gehalt verzichtete, um Sechzig verlassen zu können, habe ihm "sogar noch per WhatsApp alles Gute gewünscht". Warum Bierofka ging, habe aber auch er nicht wirklich erfahren: "Es hatte sich bei ihm viel aufgestaut, er hat mit uns auch nicht so darüber gesprochen, er ist ja ein introvertierter Typ. Er hat auch gesagt, wir sollen nicht über ihn reden, auch in der Mannschaft nicht."

3. Liga Zerrieben im Machtkampf
Aus von 1860-Trainer Bierofka

Zerrieben im Machtkampf

Daniel Bierofka war der Kitt in einem zerstrittenen Klub, weil ihm sein Herz für Sechzig alle abnahmen. Falls der Erfolg unter seinem Nachfolger ausbleibt, werden die Gräben sich vertiefen.   Kommentar von Markus Schäflein

Dass im Umfeld und im Machtkampf der Gesellschafter nicht mehr viel über Bierofka geredet wird, wird hingegen ein frommer Wunsch bleiben. Sollte der scheidende Trainer auch bei seinem Abschiedsgespräch mit Investor Hasan Ismaik darum gebeten haben, ist es jedenfalls nicht erhört worden. In einem Interview mit dem Bayerischen Fernsehen sagte Ismaik, er sehe die Schuld für den Rücktritt "bei den Verantwortlichen im Verein, beim Präsidium und auch bei den Verantwortlichen hinter dem Präsidium".