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Unterkünfte in Dubai:Zwei Holzhütten im Wüstensand

"Dubai ist das weltweite Business-Drehkreuz", sagt Daria Novikova, eine aus Russland stammende Managerin des JW Marriott Marquis, "ein Drittel der Weltbevölkerung erreicht die Vereinigten Arabischen Emirate mit einem Vier-Stunden-Flug, zwei Drittel sind in acht Stunden hier." Die zentrale Lage macht Dubai zum begehrten Ort für internationale Meetings. Unternehmen bauen Firmensitze hier, das Hotel bietet sich als Tagungsort für Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen an.

Youth Hostel Dubai Tourismus

Dubai Vereinigte Arabische Emirate, SZ Reisereportage über Jugendherberge und höchstes Hotel der Welt, Foto : Youth Hostel , 15 .April 2013, Foto : C : Stephan Rumpf

(Foto: Stephan Rumpf)

Weitere Hotels werden folgen. Ein Ende des Baubooms ist nicht in Sicht. Die Arbeiter hierfür stammen vor allem aus Indien, den Philippinen und Bangladesch. Sie verdienen etwa 1500 Dirham im Monat, umgerechnet 300 Euro. So viel lassen Gäste im Marriott locker an einem Abend liegen, wenn sie beispielsweise zu zweit im Steakrestaurant Prime 68 in der ebensovielten Etage speisen und drei Stockwerke höher in der Vault Bar noch einen Absacker nehmen.

Von ganz oben sieht Dubai aus wie eine menschliche Raumstation auf einem Planeten mit lebensbedrohlicher Atmosphäre: künstliche Inseln im Meer, Hochhaus-Monolithen im Rohbau, kein Fußgänger auf der Straße, weil es selbst nachts so heiß ist, jenseits der Blocks die Wüste, und aus der Mitte ragt der 830 Meter hohe Burj Khalifa schlank und silbern schimmernd empor wie eine außerirdische Funkantenne. Der junge Kellner, der die Getränke bringt, stammt aus dem Rheinland und sagt, er habe Heimweh.

Vereinigte Arabische Emirate Luxus im Zeichen des Segels
Burj Al Arab in Dubai

Luxus im Zeichen des Segels

Vor beinahe zehn Jahren wurde das Luxushotel Burj Al Arab eröffnet und machte das kleine Emirat Dubai mit einem Schlag einer großen Öffentlichkeit bekannt.

Frühstück in der Jugendherberge. Die Wände sind sandfarben gefliest. Ein Gemälde zeigt eine Bergidylle, aber mit Zedern statt Tannen. Ein elektronischer Fliegenfänger leuchtet heller als der Fernseher, über dessen Bildschirm Koranverse in arabischer und englischer Schrift laufen, die gleichzeitig lautstark vorgetragen werden. Die Gäste sitzen eng beieinander an langen Tischen, und man kommt tatsächlich schnell in Kontakt.

Zum Beispiel mit den jungen Männern in Trainingshosen und etwas zu kleinen Badeschlappen, die sich Tee, Fladenbrot und Hummus schmecken lassen. Das ist der FC Samarra aus dem Irak, eine Mannschaft der ersten Liga, die hier eine Woche im Trainingslager verbringt. Gleich neben der Jugendherberge liegen die gepflegten Rasenplätze des FC Al-Ahli, Dubais großer Fußballhoffnung, auf denen die Iraker spielen dürfen. Außerdem hat die Herberge einen Swimmingpool. Dem Stürmer Abdul Al Rahman ist noch etwas anderes wichtig: "Keine Disco, kein Alkohol - in so einem Umfeld fühlen wir uns wohl", sagt der 23-Jährige. Am Ende des Gesprächs schenkt er dem Reporter einen Vereinswimpel. "Häng ihn hoch an die Wand", sagt er, "denn da steht auch der Name Gottes drauf."

Kurz, bevor das Buffet abgeräumt wird, erscheint eine weitere Sportlerin. Die Fitness-Trainerin Melanie Cripps stammt aus England. Die 38-Jährige hat neun Jahre in der Karibik gelebt, jetzt versucht sie ihr Glück in Dubai. "Hier habe ich viel mehr Chancen auf einen Job als in Europa", sagt sie, "die Wirtschaft floriert, und die Menschen im Mittleren Osten sind total an Sport und Gesundheit interessiert." Unter den zwei Millionen Einwohnern Dubais sind Zehntausende Expats, ausländische Fachkräfte, die in den Niederlassungen weltweit agierender Unternehmen arbeiten. Mehr als 200 Nationen sind in Dubai vertreten. "Es ist internationaler als Singapur", sagt Cripps, "das finde ich spannend." Aber da sie nicht weiß, wie lange ihre Arbeitssuche dauert, leistet sie sich keine andere Bleibe. "Jugendherbergen sind für Leute wie mich ideal", sagt sie, "und diese hier ist sowieso fast wie ein Hotel."

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So etwas hört Hassan A. Mansy, der Direktor des Youth Hostel, natürlich gerne. Mit seinem dunklen Anzug und der großen Uhr am Handgelenk würde er auch als Manager im Marriott durchgehen. "1984 waren das hier noch zwei Holzhütten im Wüstensand", sagt Mansy stolz. "Als wir sahen, wie rasant sich die Vereinigten Arabischen Emirate veränderten, dachten wir, es müsse noch etwas anderes geben als immer nur noch größere Projekte - einen Platz für Leute, die sich kein teures Hotel leisten können." Bis zu 300 Gäste bringt er in der Jugendherberge unter, die meisten stammen aus den Emiraten, Europa und Afrika. Die Auslastung liegt auch in seinem Haus bei 80 Prozent. "Wir investieren nicht nur in Gebäude, sondern in die Kultur des Miteinanders", sagt Mansy. Die Wurzeln dafür lägen in der arabischen Gastfreundschaft: Für drei Tage dürfe jeder sein Zelt auf dem Grundstück eines anderen aufschlagen, erst nach dieser Zeit stelle man Fragen.

Karte Dubai Grafik SZ
(Foto: SZ Grafik)

Die heutige Auslegung des Brauchs funktioniert. So gesehen ist die Jugendherberge dann doch nicht so untypisch für Dubai: Sie wächst rasant. Mansy plant 120 neue Zimmer, zwölf Konferenzräume, zwei weitere Stockwerke obendrauf. Bis Ende des Jahres soll alles fertig sein.

Informationen

Anreise: Flug mit Emirates ab/bis München, Sondertarif bis 30. Juni: ab 499 Euro, www.emirates.de

Unterkunft: Jugendherberge: U. A. E. Youth Hostel Association, No. 39 Al Nahda Road, Al Qusais Area, Doppelzimmer mit Frühstück ab ca. 53 Euro (Nicht-Mitglieder) bzw. 46 Euro (Mitglieder), Platz im Schlafraum ab 25 Euro (Nicht-Mitglieder) bzw. 21 Euro (Mitglieder); Reservierungen unter Tel. 00971/42 98 81 51, www.uaeyha.com; JW Marriott Marquis Dubai, DZ ab ca. 130 Euro, Sheikh Zayed Road, Business Bay, Telefon: 00971/44 14 00 00, www.marriott.de

Weitere Auskünfte: Dubai Department of Tourism, and Commerce Marketing (DTCM), Frankfurt am Main, Tel.: 069/710 00 20, www.dubaitourism.ae