Umweltschutz auf neuem Kreuzfahrtschiff Phantastisch, dieser Mülltrennungsraum

Sie ist länger und größer als ihre Vorgänger und in nordisch klarem Chic gehalten: die Cafe-Lounge auf der neuen Mein Schiff 3.

(Foto: Tui Cruises)

Die "Mein Schiff 3" will umweltfreundlicher sein als alle andere Kreuzfahrtschiffe - und versucht, so viel wie möglich an Bord zu entsorgen. Von all dem kriegen die Gäste aber wenig mit. Das Ambiente ist elegant, mit nordischem Chic und Retro-Design.

Von Kristina Läsker

Wer nach seinem liebsten Ort auf der Mein Schiff 3 gefragt wird, könnte viele Plätze beschreiben. Etwa diese orangefarbene Chaiselongue in einem Café im Heck des Kreuzfahrtschiffs, wo man verweilen und auf das schäumende Meer schauen kann. Oder das Spa vorne im Bug, wo es nach Lavendel riecht und nach Ingwer-Tee. Oder den Ausguck auf Deck 15. Dort steht ein metergroßes Erdmännchen aus Plastik, und es beäugt - so scheint es - den ganzen Luxus, diese auf retro gemachten Cafés und diese asiatisch angehauchte Wellness-Welt mit leiser Ironie.

Kreuzfahrt Welche Kabine ist die beste für mich?
Kreuzfahrt

Welche Kabine ist die beste für mich?

Nach der Entscheidung für ein Kreuzfahrtschiff ist das Buchen der richtigen Kabine oft nicht nur eine Frage des Preises, sondern auch der persönlichen Vorlieben. Nicht zu teuer, nicht zu laut, mit Blick oder ohne - Tipps zur Kabinenwahl auf Kreuzfahrten.   Von Daniela Dau

Von all dem ließe sich schwärmen, doch Milos Grgic hat keinen Sinn dafür. "Mein liebster Ort ist der Mülltrennungsraum", sagt er. "Der ist einfach phantastisch."

Der schlanke Serbe im weißen Hemd muss wohl so unromantische Dinge sagen: Grgic ist Umweltoffizier, auf seinen Schultern prangen drei goldene Streifen - das ist viel für einen, der erst 27 Jahre alt ist. Grgic hat Umweltmanagement studiert, und ihn treibt eine Mission: Er möchte zeigen, dass sein Arbeitgeber es jetzt ernst meint mit dem Umweltschutz. Denn Tui Cruises hat ein Kreuzfahrtschiff gebaut, das grüner sein will als andere. "Wir sind ein Vorbild für die ganze Industrie", schwärmt Grgic. Was dringend nötig wäre: Die meisten Hotelschiffe sind schwimmende Dreckschleudern, die giftige Abgase ausstoßen.

Gebaut hat Mein Schiff 3 die STX-Werft in Turku, vor gut einem Jahr war Kiellegung in Finnland. Nun ist das Schiff auf Jungfernfahrt von Hamburg nach Mallorca. Zehn Tage dauert die Reise, an Bord riecht vieles neu. Gut 2500 Menschen haben eingecheckt; die Reise war ausgebucht, lange bevor in Turku der erste Stahl geschnitten war. Auf den Gängen hört man die Gäste vergleichen. Denn die Mein Schiff 3 ist länger und größer als ihre Vorgänger. Es dominieren nordisch klarer Chic und kalte Töne: blau, braun, Chrom. Passagiere staunen über hohe Decken in den Decks 4 und 5, wo Restaurants und Unterhaltung - wie der mit Hightech vollgepumpte Konzertsaal - untergebracht sind, und über den 25 Meter langen Swimmingpool.

Es ist weltweit das erste Becken an Bord, in dem man so richtig schwimmen kann. Manche wundern sich über die neuen Glaskästen wie den mit dem lebensgroßen Blauwal. Als erster Luxusliner bietet Mein Schiff 3 ein maritimes Museum mit wissenschaftlichem Anspruch.