Tipps gegen Jetlag Augen auf und durch

Viagra, Lichtbad oder Fasten: Es gibt mehr oder weniger sinnvolle Strategien gegen den Durchhänger nach der Zeitverschiebung. Wir öffnen Ihnen die Augen.

Von Berit Uhlmann

Da landet man am Urlaubsort und fühlt sich so dumpf, schlapp und elend, dass man schwört, nie wieder zu fliegen. Kann Jetlag so schlimm sein? Ja. Um es drastisch auszudrücken: Im Prinzip ist Jetlag die Folge eines Verstoßes gegen kosmische Rhythmen. Da wir auf einem Planeten leben, der im 24-Stunden-Takt der Sonne mal die eine, mal die andere Seite zudreht, hat der Mensch eine innere Uhr entwickelt, die diesem Zeitrahmen folgt. Dieser Rhythmus von rund 24 Stunden ist so stabil, dass ihn selbst Menschen beibehalten, die vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten sind. In dieser Taktung ist einfach nicht vorgesehen, dass Erdbewohner sich rasend schnell über den Planeten bewegen. Während der Flieger in eine andere Zeitzone düst, bleibt der Rhythmus des Körper buchstäblich auf der Strecke.

Schlafender Passagier am JFK International Airport in New York

(Foto: Reuters)

Als Faustregel gilt beim Langstreckenflug: Pro Stunde Zeitverschiebung in Richtung Westen braucht der Körper einen Tag, um sich umzustellen - bei Flügen nach Osten sogar eineinhalb Tage. Wer also von Deutschland aus nach Los Angeles fliegt, ist erst nach acht Tagen voll an den dortigen Tagesrhythmus angepasst.

Bei Kurztrips lohnt es daher gar nicht erst, den festen Rhythmus aus dem Takt zu bringen. Bei längeren Reisen ist es jedoch sinnvoll, die innere Uhr auf den Zielort einzustellen. Dabei sollte man seinen Tagesablauf möglichst sofort an die neue Zeitzone anpassen. Einige Tricks helfen, dabei die schlimmsten Härten abzumildern:

Vorbereitung ist alles

Sind Sie schon mal um die halbe Welt geflogen, freuen sich auf neue Eindrücke - und finden sich in einem Fast-Food-Lokal wieder, das es genauso auch zu Hause gibt? Eine Ursache dafür könnte sein, dass Jetlag das Konzentrations- sowie Kommunikationsvermögen beeinträchtigt und die Entscheidungsfähigkeit um bis zu 50 Prozent reduziert. Entschlüsse werden nicht mehr nach sorgfältigem Abwägen gefasst, sondern folgen eingeschliffenen Routinen. Für Fernreisende ist daher sinnvoll, möglichst vorbereitet und orientiert im Urlaubsort anzukommen. Komplizierten Verhandlungen und schwierigen Planungen ist das Jetlag-Hirn wahrscheinlich nicht gewachsen.

Auch Autofahren mit heftigem Jetlag ist nicht zu empfehlen - schon gar nicht an Orten mit unübersichtlichem Verkehr. Selbst bei Langstreckenpiloten, die an Reisen über die Zeitzonen hinweg gewohnt sind, hat die Nasa beobachtet, dass sie in den letzten 90 Minuten des Fluges im Schnitt sechs Mal kurz einnickten - und zwar mindestens fünf Sekunden lang. Hinter dem Steuer kann Ihnen das genauso passieren - ohne dass Sie sich auf den Autopiloten oder den zweiten Piloten verlassen können.