Spanien: Entspanntes Baskenland

Wenn 2017 wieder die Massen um die letzten freien Zimmer in Spanien rangeln, heißt der Trick: Euskadi, Baskenland. Vorausgesetzt, dass es nicht nur ums Sonnenbaden geht. Denn an diesem Teil der Atlantikküste kann es jederzeit regnen oder stürmen. Soviel zum Haken an der Sache. Als Belohnung warten dafür schroffe Felsküsten, grüne Berge im Hinterland, lange Surfer-Strände, versteckte Dörfer, stille Wanderwege, avantgardistische Museen, historische Kirchen, kreative Städter. Jede Menge Abwechslung also, und das ohne weite Wege. Mancher Anblick erinnert mehr an die Schweiz oder Schottland als an die Costa del Sol. Es mag an der Seefahrertradition liegen, jedenfalls ist bei aller Ländlichkeit von Provinz keine Spur. Die Basken pflegen stolz ihre Kultur - der Ursprung der einzigartigen Sprache ist rätselhaft, manche Sportarten gibt es nirgendwo sonst - , und zeigen sich zugleich weltoffen. Etwa in ihrer innovativen Kochkunst, sei es in Form der Barhäppchen "Pintxos" oder der Sterneküche.

Donostia/San Sebastián hat soeben sein Jahresprogramm als Europäische Kulturhauptstadt absolviert. Die Projekte aber sollen weiterwirken: für eine "Gesellschaft, die lernt, ihre Konflikte durch Kultur und Kunst zu lösen", so die Eigenwerbung. Eine starke Ansage, belastete doch lange der Kampf zwischen Eta-Terroristen und Regierung die Region. Es ist längst nicht alles gelöst, vergeben oder gar vergessen. Doch den Frieden nach Zeiten des Blutvergießens zu sehen, kann momentan viel tröstlicher sein als eine Sonnengarantie.

Beste Reisezeit: Mai bis Oktober.

Nicht verpassen: Felseninsel Gaztelugatxe, Panoramablick vom historischen Vergnügungspark Monte Igueldo auf San Sebastián - und das Gesamtkunstwerk Guggenheim-Museum in Bilbao hält, was sein Weltruhm verspricht.

Irene Helmes

Bild: mauritius images 4. Januar 2017, 19:012017-01-04 19:01:13 © SZ vom 05.01.2017/kaeb