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Nasser-Stausee in Ägypten:Idyllischer als auf dem Nil

Auf dem Nasser-Stausee liegen die Kreuzfahrtschiffe noch nicht dicht an dicht und so kann man auch den Höhepunkt der Reise in Ruhe besichtigen: Abu Simbel.

Gemächlich geht es zu bei einer Kreuzfahrt auf dem Nasser-Stausee in Ägypten. Die Reise führt in die Zeit der Pharaonen - und zugleich zu Höchstleistungen der Ingenieurskunst in den Weiten der nubischen Wüste.

Ägypten

Kreuzfahrt auf dem Nasser-Stausee

Denn als der Nassersee in den 60er Jahren aufgestaut wurde, galt es, viele der Tempel vor den Fluten zu retten. Noch heute lässt der Anblick der an einen höheren Standort versetzten Ramses-Statuen in Abu Simbel die Besucher staunen.

Leise plätschern die Wellen an die Bordwand und die Hafenmauer, sanft wiegen sie das Schiff hin und her. Die Passagiere sind noch auf Landgang in Assuan, bevor ihre Reise gen Süden startet. Ein Bummel durch den Basar entführt sie in die Tiefen des Orients. Nana-Minze duftet da mit Zimt- und Currypulver um die Wette.

Daneben reihen sich die Läden auf: Handgefertigte Alabasterfiguren sind neben Handtaschen und Koffern zu finden, bunte Teppiche neben Tüchern. Natürlich fehlen auch Galabayas, die traditionellen bodenlangen Gewänder, nicht.

Zu Ehren von Präsident Gamal Abdel Nasser

"Das Königreich der Nubier erstreckte sich einst von Assuan im Norden am Nil entlang bis nach Khartum im Süden", erklärt Mohamad. Stolz erzählt der Touristenführer davon, dass auch in seinen Adern zumindest zur Hälfte nubisches Blut fließt.

Als vor rund 40 Jahren der Assuan-Staudamm Sadd El-Aali gebaut und der Nil aufgestaut wurde, mussten viele Nubier ihr Land verlassen und zogen nach Assuan oder Kom Ombo. Der Staudamm verwandelte den Nil im Süden Ägyptens in den rund 500 Kilometer langen Nasser-Stausee. An den breitesten Stellen sind es von Küste zu Küste mehr als 35 Kilometer. Benannt wurde der See nach dem ehemaligen ägyptischen Präsidenten Gamal Abdel Nasser.

Inspiration für Agatha Christie

In Assuans Botanischem Garten lässt sich im Schatten alter Bäume eine Pause einlegen. Bunte Knüpfteppiche polstern die Plastikstühle in der Teebar, ein freundlicher Mann mit Schnurrbart serviert dampfenden Minztee in Goldrandgläsern. Durch das Baumgrün fällt der Blick auf das "Old Cataract Hotel", in dem Agatha Christie Teile von "Tod auf dem Nil" schrieb.

Unten gleiten Felukken mit geblähten Segeln den Fluss entlang. Die Abendsonne taucht die Elephantine-Insel in goldrotes Licht - kein Wunder, dass die Krimi-Königin ihren Meisterdetektiv Hercule Poirot gerne in diese Landschaft schickte.

Leise stampfen die Motoren und lassen das Schiff vibrieren, als es in der Morgendämmerung aus dem Hafen von Assuan gleitet. Der frühe Start ist auch für jeden der folgenden Reisetage typisch: Zuerst gewaltige Denkmäler wie die Tempelanlagen von Kalabscha besichtigen, nachmittags am Schiffspool faulenzen und den Abend unter dem Sternenhimmel ausklingen lassen - so verfliegen die Kreuzfahrttage.