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Kleine Meerjungfrau wird 100:Modell Eline oder Ellen?

Das Original steht längst wieder an Ort und Stelle. Es ist übrigens - mit dem Gerücht räumt Alice Eriksen energisch auf - wirklich das mehrmals restaurierte Original "und nichts anderes".

Die 60 Jahre alte Kopenhagenerin und ihre Brüder verfügen über die Rechte am Werk des Großvaters, die erst 2029, also 70 Jahre nach dessen Tod, erlöschen. Bis dahin fließt ein Teil des Erlöses aus dem Souvenirhandel mit der Meerjungfrau an die Familie. Über sie kann man auch offizielle Kopien der Skulptur beziehen, gefertigt von einem Bronzegießer ihres Vertrauens. Es gibt sie in drei Versionen, zum Preis von 2600 Euro für die kleinste bis 74.000 Euro für die große. Diese ist allerdings immer noch um ein Fünftel kleiner als das Original, so hat es der Großvater persönlich im Testament verfügt.

Die Käufer sind überwiegend reiche Amerikaner und Japaner, dänische Firmen, die eine Filiale in China aufmachen, oder Botschaften, die sich ein Stück Dänemark in den Garten holen. "Leben können wir nicht von den Einnahmen", sagt Eriksen, zumal haufenweise illegal kopiert werde. Alle in der Familie hätten einen normalen Beruf, sie selbst sei Lehrerin.

Es gibt noch etwas, das Alice Eriksen unbedingt richtigstellen will. So war der Auftraggeber Jacobsen tatsächlich inspiriert von einer Ballettadaption des Märchens im Königlichen Theater, mit Ellen Price in der Titelrolle. Dass aber das Gesicht der Skulptur die Tänzerin zeige (die sich angeblich weigerte, nackt zu posieren), während der Oberkörper von Eriksens Frau Eline komme, stimme nicht. In Wahrheit sei nie die Rede davon gewesen, die Ballerina als Modell zu nehmen. "Das hätte meine Großmutter nicht zugelassen", sagt Alice Eriksen, "sie saß schließlich bei allen Frauen-Skulpturen ihres Mannes Modell." Wie es wirklich war, versuchen die Historiker noch herauszufinden, jedenfalls sehen Eline und Ellen einander auf alten Fotos sehr ähnlich.

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