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Flugverbot wegen Vulkanasche: Fragen und Antworten:Rote Zonen für Turbinen

Wer bestimmt eigentlich, wann es ein Flugverbot gibt? Welche Grenzwerte gelten in Deutschland und Europa? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Flugverbot nach dem Vulkanausbruch auf Island.

Wer entscheidet in Europa über Flugverbote?

Ob ein Luftraum geschlossen wird, ist souveräne Entscheidung jedes Einzelstaates. Die nationalen Flugsicherheitsbehörden bewerten die Lage und können sich auf Empfehlungen eines EU-Krisenstabes stützen, der aus Experten von EU-Kommission, Eurocontrol und Airlines besteht. Bei den Messwerten werden in Deutschland Zahlen des Volcanic Ash Advisory Centers in London und des Deutschen Wetterdienstes zugrundegelegt.

Welche Grenzwerte gelten in Deutschland?

Die EU-Staaten hatten sich nach dem Flugchaos im vorigen Jahr auf eine engere Zusammenarbeit der nationalen Flugaufsichtsbehörden verständigt. Auf allgemein gültige Grenzwerte für Vulkanasche-Partikel konnten sie sich aber bislang nicht einigen. Nach dem neuerlichen Vulkanausbruch auf Island hat Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine Allgemeinverfügung für den deutschen Luftraum in Kraft gesetzt, sie entspricht dem sogenannten Drei-Zonen-Modell.

Unterster Grenzwert ist eine Konzentration von 0,2 Milligramm Vulkanasche pro Kubikmeter Luft. So lange dieser Wert nicht überschritten ist, gilt keinerlei Einschränkung für den Luftverkehr.

Zwischen 0,2 und zwei Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft darf unter Auflagen weiterhin geflogen werden. Beispielsweise kann eine häufigere Wartung von Flugzeugen vorgeschrieben werden. Das Luftfahrt-Bundesamt muss zudem über Vorkommnisse informiert werden, die in Zusammenhang mit der Vulkanasche stehen.

Ein Messwert von zwei Milligramm oder mehr führt zu einem grundsätzlichen Flugverbot, da Schäden an den Flugzeugen, insbesondere an den Triebwerken, nicht ausgeschlossen werden können.

Bei einer Belastung der Luft mit zwei bis vier Milligramm Asche pro Kubikmeter dürfen turbinengetriebene Flugzeuge noch eingesetzt werden, wenn die Hersteller entsprechende Sicherheitsgarantien abgeben. Das ist nach Angaben Ramsauers bisher allerdings nicht passiert. Das Luftfahrt-Bundesamt müsste derartige Erklärungen der Unternehmen prüfen und anerkennen, um eine Ausnahme vom Flugverbot zu ermöglichen.