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Aberglaube international:Freitag, der 13.? Wehe, es kommt Dienstag, der 17.!

Auch Aberglaube ist letztlich nur eine Frage der Perspektive. Eine kleine Weltreise durch die schönsten Befürchtungen.

Von Irene Helmes, Illustrationen: Jessy Asmus

13 Bilder

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Quelle: Illustration Jessy Asmus

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Sie entspannen sich gut momentan? Sehr schön, aber zumindest im Kroatien-Urlaub sollten Sie trotz aller Entschleunigung immer wissen, welcher Wochentag gerade ist. Denn wer sich am Sonntag die Fingernägel schneidet, beschwört Unglück herauf.

In der Türkei oder auch in Indien sollte man die Maniküre außerdem grundsätzlich nur tagsüber vornehmen, um kein Unheil anzurichten.

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Portugal

Hier gilt: Auf keinen Fall rückwärtsgehen, auch nicht, um den Standort für das perfekte Urlaubsfoto zu finden. Der Teufel könnte sich einem sonst an die Fersen heften. Daran glauben Sie nicht? Wie viele Touristen sind denn für ein Selfie schon in den Abgrund gestürzt?

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Japan

Niemals die Stäbchen aufrecht im Essen stecken lassen, dies ist Opfergaben für Tote vorbehalten - und wer will diese schon erzürnen, indem er ihnen die Mahlzeit weg isst? Geben Sie mit den Stäbchen auch kein Probierhäppchen weiter: In einem buddhistischen Ritual werden so Knochen aus der Asche der Verstorbenen an die Verwandtschaft überreicht.

Zudem geht man in Japan mit der Unglückszahl vier sparsam um, schließlich bringt sie Unglück: Ausgesprochen ist die Vier ("shi") dem Wort für "Tod" verdammt ähnlich.

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Italien

Ganz abgesehen davon, dass man bei Tisch sowieso bella figura machen sollte: Verschütten Sie keinesfalls Olivenöl (oder Salz). Das bringt Unglück. Das Salz kann man im Fall der Fälle wenigstens zur Wiedergutmachung über die eigene Schulter werfen - beim Olivenöl gibt es keinen Gegenzauber.

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Polen

Niemals die Handtasche auf dem Boden abstellen - sonst läuft das ganze Geld davon! ("Nie kładź torebki na podłodze", wie unsere Nachbarn so schön sagen). Dieselbe Gefahr besteht interessanterweise auch in Brasilien.

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In den Niederlanden sollten Sie bei aller Fröhlichkeit besser nicht am Tisch lauthals singen: So ein Lied würde direkt den Teufel ansprechen.

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In Norwegen bitte nicht die Sonne anpfeifen, das bringt Regen. Und wer will das schon.

Bonuswarnung: Auch wenn der Urlaub in Litauen noch so schön und die Laune noch so gut sein sollte: Niemals irgendwo drinnen pfeifen - das lockt kleine Dämonen an.

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Völlig egal wiederum, wie nasskalt Ihr Trip nach Großbritannien sein sollte: Den Schirm beim Hinausgehen nicht schon im Haus öffnen, sonst wird es zusätzlich auch noch Unglück regnen.

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Wer das Pech hat, auf den Philippinen in einen Sturm zu geraten, hat hoffentlich wenigstens nichts Rotes an - das zieht dort nämlich Blitze auf sich.

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Russland

Schwangere sollten, egal bei welchen Gelüsten, niemals heimlich essen - sonst wird das Kind später ein Angsthase.

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In Kuba wiederum sollte man beim Feiern - so spät es auch schon sein mag - keinesfalls ankündigen, dass der nächste Drink der letzte Drink sein wird. Es könnte sonst der wirklich allerletzte Drink werden, den man im Leben genießt.

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Worüber man in Südkorea keine Scherze macht: Über die Angst davor, die Nacht nicht zu überleben, wenn man in einem geschlossenen Raum bei laufendem Ventilator schläft. Die Horrorvorstellung "Fan Death" ist ein moderner Aberglaube, der sich hartnäckig hält.

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Quelle: Illustration Jessy Asmus

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Und zum Schluss natürlich noch Tipp Nummer 13: Vergessen Sie im Italien-Urlaub die 13, hier heißt es: Achtung vor der 17! Das geht auf die römischen Zahlen zurück. Ein Anagramm der Siebzehn sieht so aus: VIXI, und das bedeutet auf Latein "Ich habe gelebt", also so viel wie "Mein Leben ist vorbei" oder "Ich bin tot". Entsprechend fehlt zum Beispiel bis heute die Reihe 17 in Alitalia-Flugzeugen, und Freitag der 17. wird gefürchtet wie - genau - anderswo der 13. (In Griechenland, Spanien und Lateinamerika ist der böse Tag übrigens Dienstag, nicht Freitag, der 13.)

Also egal, was Sie wann wo machen im Urlaub - wir wünschen Ihnen viel Glück (und sind ehrlich gesagt recht zuversichtlich, dass es eine schöne Reise wird. Außer vielleicht, Sie sind mit einem der folgenden Begleiter unterwegs...)

© SZ.de/kaeb/fued

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