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Wikileaks: Nachspiel in Berlin:FDP trennt sich von Maulwurf Metzner

Konsequenzen aus der Wikileaks-Affäre: Helmut Metzner wird nicht mehr für die FDP arbeiten. Guido Westerwelles ehemaliger Büroleiter, der in den Depeschen als "junger, aufstrebender Parteigänger" bezeichnet wurde, hatte Interna an die amerikanische Botschaft weitergegeben.

Nach der Veröffentlichung amerikanischer Depeschen durch Wikileaks hat die FDP lange gezögert, auf die Indiskretionen in ihren Reihen zu reagieren - doch jetzt zieht sie Konsequenzen: Die Parteiführung trennt sich von Helmut Metzner, der bis vergangene Woche Büroleiter von Parteichef Guido Westerwelle war.

Metzner hatte der US-Botschaft unter anderem aus den Koalitionsverhandlungen der Partei mit CDU und CSU im vergangenen Herbst berichtet. Parteisprecher Wulf Oehme sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass das Arbeitsverhältnis zwischen der Bundesgeschäftsstelle und Metzner "einvernehmlich" aufgelöst worden sei. Über Einzelheiten sei jedoch Stillschweigen vereinbart worden. Die Bild-Zeitung berichtete, die Trennung sei ab sofort wirksam. Damit ist Metzner nicht mehr für die Partei tätig.

Bekannt wurde seine Doppelrolle durch vertrauliche Dokumente des US-Außenministeriums, die von der Internetplattform Wikileaks veröffentlicht wurden. Nachdem Metzner zugegeben hatte, der Maulwurf gewesen zu sein, war er von der Bundesgeschäftsstelle beurlaubt worden.

Innerhalb der FDP hatte Metzners Weitergabe von Informationen an die USA eine Diskussion ausgelöst: Kritiker Westerwelles hatten den Fall zum Anlass genommen, um den Parteichef zu attackieren.