Weißes Haus Melania Trump fordert Entlassung von Beraterin

First Lady Melania Trump.

(Foto: AP)
  • In einem höchst ungewöhnlichen Schritt hat sich First Lady Melania Trump in Personalfragen innerhalb der Regierung ihres Mannes Donald Trump eingemischt.
  • Sie sprach sich für die Entlassung der hochrangigen Regierungsmitarbeiterin Mira Ricardel aus.
  • Ricardel ist Stellvertreterin des Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton.

In einem außergewöhnlichen Schritt hat die First Lady der USA, Melania Trump, sich in die tagesaktuelle Politik eingeschaltet. Am Dienstag forderte sie die Entlassung einer hochrangigen Sicherheitsberaterin im Weißen Haus, Mira Ricardel. Nach dem Berichte kursiert waren, Präsident Donald Trump plane deren Freistellung als stellvertretende Sicherheitsberaterin, erklärte Melania Trumps Sprecherin, aus Sicht der First Lady verdiene es Ricardel nicht länger, im Weißen Haus tätig zu sein. Ricardel ist Stellvertreterin des Nationalen Sicherheitsberaters John Bolton.

Weitere Informationen gab Trumps Sprecherin Stephanie Grisham nicht. Kurz vor der Veröffentlichung der Erklärung war Ricardel mit anderen Regierungsbeamten bei einer Feier im Weißen Haus zu sehen gewesen. Sie stand hinter Präsident Trump, als dieser an einer Zeremonie für das hinduistische Lichterfest Diwali teilnahm.

Das Wall Street Journal berichtete, Ricardel und Mitarbeiter der First Lady seien bei Trumps Afrikareise im Oktober aneinandergeraten. Dabei sei es um Sitzplätze im Flugzeug und Anfragen zur Verwendung von Mitteln des Nationalen Sicherheitsrats gegangen. Ein Sprecher des Gremiums kommentierte den Bericht zunächst nicht.

Mehrere Regierungsvertreter müssen derzeit um ihre Jobs bangen

Melania Trump hält sich, im Vergleich zu anderen First Ladies vor ihr, normalerweise sehr bedeckt. Dass sie sich zu einer Personalie im Weißen Haus äußert, ist daher umso überraschender.

Während ihrer Reise durch Ghana, Malawi, Kenia und Ägypten im vergangenen Monat sagte sie in einem Fernsehinterview mit dem Sender ABC, im Weißen Haus gebe es Leute, denen weder sie noch der Präsident trauen könnten. Namen wollte sie nicht preisgeben, erklärte aber, ihrem Mann ihre Eindrücke geschildert zu haben. Die Frage, ob manche nicht vertrauenswürdigen Personen noch immer im Weißen Haus arbeiteten, bejahte sie.

Derzeit müssen mehrere hochrangige Regierungsvertreter um ihre Jobs bangen. US-Präsident Trump hatte erst vor wenigen Tagen, kurz nach den US-Kongresswahlen, seinen Justizminister Jeff Sessions aus dem Amt gedrängt. US-Medien zufolge gelten als weitere Wackelkandidaten innerhalb der Regierung derzeit vor allem Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen und der Stabschef im Weißen Haus, John Kelly.

Korrektur: In einer früheren Version haben wir fälschlicherweise berichtet, die First Lady habe das westafrikanische Mali besucht. Richtig ist, dass sie das südafrikanische Malawi bereist hat.

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