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Wahl in Österreich:Woher die Stimmen für Hofer und Van der Bellen kommen

Beide Kandidaten bekommen Unterstützung aus dem ÖVP-Lager. Nichtwähler können sie hingegen kaum mobilisieren.

Die Stichwahl des Bundespräsidenten in Österreich endete ohne eindeutiges Ergebnis - vorerst zumindest. Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer und der unabhängige Alexander Van der Bellen liegen gleichauf.

In der ersten Wahlrunde kamen Hofer und Van der Bellen gemeinsam auf nur etwas mehr als 50 Prozent der Stimmen. Fast die Hälfte derjenigen, die im ersten Wahlgang ihre Stimmen an die Kandidaten der SPÖ, ÖVP oder Unabhängigen gegeben hatten, musste sich neu entscheiden: Der rechtspopulistische FPÖ-Kandidat Hofer oder Van der Bellen, der Parteimitglied bei den Grünen ist?

Die wichtigsten Aspekte

  • Die SPÖ ist in ihrer Haltung gegenüber der FPÖ gespalten. Die einen lehnen eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten kategorisch ab - die anderen wollen eine Koalition mit den Freiheitlichen auf Bundesebene nicht kategorisch ausschließen. Die Anhänger der Partei haben bei der Bundespräsidentenwahl ein klares Zeichen gesetzt: Die Mehrheit stimmte für Van der Bellen.
  • Anders sieht das bei den ÖVP-Wählern aus. Etwa die Hälfte entschied sich für den FPÖ-Kandidaten Hofer.
  • Nichtwähler blieben dagegen meist Nichtwähler. Weder Hofer noch Van der Bellen konnten unter ihnen neue Stimmen generieren. Möglicherweise einer der vielen Gründe, warum das Ergebnis so knapp ausfällt.
  • Wenig überraschend: Kaum Veränderungen gibt es bei denjenigen Wählern, die im ersten Wahlgang für FPÖ-Mann Hofer oder den unabhängigen Kandidaten Van der Bellen stimmten.
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