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Verteidigungsministerium:Von der Leyens Berater kosteten mehr als 200 000 Euro

Verteidigungsausschuss des Bundestages

Verteidigungsministerin von der Leyen steht in der Kritik.

(Foto: dpa)
  • Verteidigunsministerin Ursula von der Leyen steht wegen einer Berateraffäre in der Kritik.
  • Nun sind erstmals Summen bekannt geworden, die die Berater abgerechnet haben. Es geht um insgesamt mehr als 200 000 Euro.
  • Ein Ministeriumssprecher verteidigte die Kosten als marktüblich.

Externe Berater des Bundesverteidigungsministeriums haben einem Zeitungsbericht zufolge dem Haus von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) Tagessätze von bis zu gut 2000 Euro in Rechnung gestellt. Gleich mehrere von zehn Experten, die sich um das IT-Programm der Bundeswehr "CITquadrat" kümmern sollten, haben von Februar bis August 2018 Summen von jeweils mehr als 200 000 Euro abgerechnet, wie die Zeitung Bild am Sonntag unter Berufung auf eine detaillierte Kostenaufstellung berichtete, die durch eine Anfrage der Linksfraktion bekannt wurde.

Die Berater-Honorare erschienen "auf den ersten Blick hoch", seien aber für die für ein derart komplexes IT-Programm benötigte Expertise durchaus marktüblich, verteidigte laut Spiegel Online ein Ministeriumssprecher am Sonntag die Kosten. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags soll klären, ob von der Leyens Ministerium womöglich rechtswidrige Aufträge an externe Berater vergeben hat.

In der Affäre um Beraterleistungen im Verteidigungsministerium muss die Behörde dem ermittelnden Untersuchungsausschuss ab Montag die ersten Akten übergeben. Neben Fragen zur Vetternwirtschaft soll der Untersuchungsausschuss zudem klären, ob von der Leyen erst durch Berichte des Bundesrechnungshofs (BRH) im vergangenen Jahr von fragwürdigen Verfahrensweisen bei der Vergabe der Aufträge erfahren hat.

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