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USA:Pentagon kündigt neues Verbot von Transgendern im US-Militär an

US Standort Schweinfurt

Trump verschärft die Regeln für Transgender beim US-Militär. (Symbolbild)

(Foto: dpa)
  • Personen, die sich bereits einer geschlechtsangleichenden OP unterzogen haben oder das vorhaben, sollen nicht zum Militärdienst zugelassen werden.
  • Eine Ausnahme sieht das Pentagon für Personen vor, die sich im falschen Körper fühlen, aber nicht vorhaben, sich einer geschlechtsangleichenden OP zu unterziehen.
  • Schätzungen gehen von bis zu 15 000 Transgendern im US-Militär aus.

Das Weiße Haus hat ein neues, weitreichendes Verbot von Transgender-Rekruten im US-Militär angekündigt. Nach der neuen Regelung sollen Personen vom Militärdienst ausgeschlossen werden, die eine "umfassende medizinische Behandlung" benötigen, weil sie sich nicht mit ihrem ursprünglichen biologischen Geschlecht identifizieren. Das beinhaltet operative Eingriffe sowie eine medikamentöse Behandlung. Verteidigungsminister James Mattis und Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen seien zu dem Schluss gekommen, dass die Zulassung solcher Rekruten ein "bedeutendes Risiko" für den militärischen Erfolg darstellten, hieß es in der Mitteilung aus Washington.

Mit der neuen Regelung revidiert Präsident Donald Trump ein früheres Dekret zu der Sache. "Ich ziehe mein Memorandum von August zurück", erklärte er. Damals hatte er das Pentagon angewiesen, künftig grundsätzlich keine Transgender mehr in die Streitkräfte des Landes aufzunehmen. Zwei Bundesgerichte setzten die Anordnung vorläufig außer Kraft.

Das Pentagon will nun Ausnahmen zulassen: In dem Bericht von Verteidigungsminister Mattis an Trump wird zwischen Transgendern mit und ohne Geschlechtsumwandlung unterschieden. Nach dem Willen des Verteidigungsministeriums sollen Transgender vom Militärdienst ausgenommen werden, die sich bereits einer geschlechtsangleichenden Operation unterzogen haben oder dies vorhaben. Andere sollen "in ihrem biologischen Geschlecht dienen" dürfen.

Bis zu 15 000 Transgender im US-Militär

Ähnliches gilt der Washington Post zufolge für bereits aktive Transgender-Rekruten: Sie sollen demnach weiterhin zugelassen werden, sofern sie sich noch keiner geschlechtsangleichenden Operation unterzogen, für die Dauer von mindestens 36 Monaten in ihrem biologischen Geschlecht gelebt haben und weltweit einsetzbar sind. Beobachter rechnen damit, dass es auch gegen den neuen Plan der US-Regierung juristischen Widerstand geben wird.

Mit dem Verbot von Transgender im Militär wollte Trump eine Entscheidung seines Vorgängers Barack Obama rückgängig machen, wonach Transgender offen im Militär dienen dürfen. Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich nicht - oder nicht nur - mit dem Geschlecht identifizieren, das bei ihrer Geburt festgestellt wurde.

Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gibt es Schätzungen zufolge zwischen 1320 und 15 000 Transgender.

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