USA Pentagon erlaubt Transgender beim Militär

  • Transgender dürfen sich vom kommenden Jahr an für das amerikanische Militär verpflichten.
  • US-Präsident Trump wollte die Aufnahme von Transgendern in die Armee weiter verbieten, traf jedoch auf juristischen Widerstand.
  • Eine Bundesrichterin in Washington lehnte jetzt einen Antrag der Regierung ab, die Aufnahme zu verschieben.

Das US-Verteidigungsministerium hat angekündigt, Transgender in das Militär aufzunehmen. Trotz der Ablehnung durch Präsident Donald Trump dürften Personen, die ihre Geschlechtsidentität gewechselt haben, künftig im Militär dienen, sagte Pentagon-Sprecher David Eastburn.

Trump hatte das Verteidigungsministerium im August angewiesen, keine Transgender mehr in die Streitkräfte des Landes aufzunehmen. Im Juli hatte er zur Begründung in mehreren Twitter-Mitteilungen geschrieben, die Armee dürfe nicht mit den "enormen medizinischen Kosten" belastet werden sowie mit der Unruhe, die die Aufnahme von Transgendern mit sich bringe. Mehrere Betroffene und Organisationen zogen daraufhin vor Gericht.

Im Oktober stoppte das Bundesgericht in Washington die Anordnung Trumps per einstweiliger Verfügung. Damals erklärte Richterin Colleen Kollar-Kotelly, dass erst einmal der Ausgang gerichtlicher Klagen gegen die Maßnahme abgewartet werden solle.

Trumps Regierung argumentierte daraufhin, dass die für die Aufnahme gesetzte Frist bis zum ersten Januar problematisch sei, weil das militärische Personal erst noch im Umgang mit Transgendern geschult werden müsse. Dies wies Bundesrichterin Kollar-Kotelly jetzt zurück. Das Militär habe genug Zeit gehabt, sich darauf einzustellen, erklärte sie. Transgender sollen sich damit vom ersten Januar an verpflichten dürfen.

Trump hatte das Pentagon im August offiziell angewiesen, keine Menschen in die Streitkräfte des Landes aufzunehmen, die ihre Transgender-Persönlichkeit offen leben. In der US-Armee galt zwar auch schon zuvor ein Transgender-Verbot. Allerdings hatte Trumps Vorgänger Barack Obama im vergangenen Jahr angeordnet, dieses Verbot mit Wirkung zum ersten Juli dieses Jahres aufzuheben.

Trumps Sprecherin sagte, das Weiße Haus prüfe nun seine rechtlichen Möglichkeiten, um der Politik des Präsidenten Geltung zu verschaffen.

Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gab es nach einer Studie des Instituts Rand Corporation im vergangenen Jahr bis zu 6630 Transgender-Personen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Campaign schätzt ihre Zahl hingegen auf 15 000.

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