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Nord Stream 2:USA kündigen Sanktionen gegen russisches Schiff an

FILE PHOTO: The pipe-laying vessel Fortuna makes its way to Wismar

Das russische Rohr-Verlegeschiff "Fortuna" wird für Bauarbeiten an der deutsch-russischen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 eingesetzt.

(Foto: OLIVER DENZER/REUTERS)

Bislang hatte die US-Regierung wegen der umstrittenen Gas-Pipeline nur Sanktionen angedroht, aber noch keine verhängt. Sie fürchtet zusätzlichen Einfluss Russlands.

Die US-Regierung will am Dienstag gegen das russische Verlegeschiff Fortuna wegen Beteiligung an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 Sanktionen verhängen. Darüber habe die US-Botschaft in Berlin am Montag die Bundesregierung informiert, sagte eine Sprecherin der Bundeswirtschaftsministeriums am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte das Handelsblatt darüber berichtet.

Bislang hatte die US-Regierung wegen der umstrittenen Gas-Pipeline nur Sanktionen angedroht, aber noch keine verhängt. Mit den neuen Strafmaßnahmen will die Regierung von Donald Trump kurz vor ihrem Amtsende an diesem Mittwoch die Drohung nun erstmals umsetzen.

Ein US-Regierungsvertreter hatte bereits im November gesagt, die Regierung habe eine Anzahl Unternehmen und Personen identifiziert, denen erste Strafmaßnahmen drohten.

Eine Sprecherin des US-Außenministeriums hatte am vergangenen Mittwoch mitgeteilt, die betroffenen Firmen seien kontaktiert worden. Sie seien über das Risiko auf Basis des neuen Sanktionsgesetzes informiert worden, sollten sie sich weiter an Nord Stream 2 beteiligen.

Seit Jahren bekämpft Washington mit allen Mitteln den Bau der Pipeline, und zwar Demokraten und Republikaner gleichermaßen. Sie fürchten zusätzlichen Einfluss Russlands, Nachteile für die Ukraine und eine wachsende Abhängigkeit Mitteleuropas von seinem Gas.

Lieber würden die USA selbst Europa mit Gas versorgen, nicht selten gewonnen durch das umstrittene Fracking. Äußerst erfolgreich drohte der US-Kongress deshalb allen beteiligten Firmen Sanktionen an, bis hin zu Versicherern. Der Pipeline-Verleger Allseas zog seine Schiffe zurück, zuletzt stellte kürzlich auch der norwegische Schiffs-Zertifizierer DNV GL die Zusammenarbeit ein.

© SZ/dpa/dit/jsa
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