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USA:Geleakte Steuererklärung: 2005 zahlte Trump 38 Millionen Dollar

Der TV-Sender MSNBC veröffentlichte Donald Trumps Steuererklärung aus dem Jahr 2005.

(Foto: AFP)
  • Ein amerikanischer TV-Sender hat eine Steuererklärung von Donald Trump veröffentlicht.
  • 2005 zahlte er etwa 38 Millionen Dollar Steuern, bestätigt das Weiße Haus.

Der US-Sender MSNBC hat Donald Trumps Steuererklärung aus dem Jahr 2005 veröffentlicht. Die "Rachel Maddow Show" berichtet, dass Trumps Unternehmenskonsortium damals 150 Millionen Dollar Gewinn gemacht. 38 Millionen Dollar an Steuern habe Trump anschließend bezahlt, bestätigt das Weiße Haus.

Die Steuererklärung war dem auf Steuerthemen spezialisierten Journalisten David Cay Johnston (zum Interview mit dem Journalisten) anonym zugespielt worden. Er habe die zwei Seiten in seinem Briefkasten gefunden, sagte Johnston in der Sendung am Dienstagabend. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass Trump die Steuererklärung selbst geleakt habe, so Johnston.

Trumps Steuererklärung betrifft ihn als Privatmann und birgt keine größeren Erkenntnisse. Die Dokumente offenbaren laut Johnston, dass er weiterhin von dem ungefähr 916 Millionen Dollar hohen Verlust profitiere, den er in seiner Steuererklärung von 1995 ausgewiesen hatte. Über diesen Steuertrick hatte die New York Times bereits im vergangenen Jahr berichtet.

Trumps Steuerzahlungen liegen im Normbereich

Maddow sagte, es sei das erste Mal, dass eine Steuererklärung von Trump überhaupt an die Öffentlichkeit gelangt sei. "Der wichtigste Teil der Story ist, dass das Dokument überhaupt einem Reporter ausgehändigt wurde", so Maddow weiter. Bisher habe Trump Geschichte damit geschrieben, sich als erster US-Präsident zu weigern, seine Steuererklärung zu veröffentlichen.

Die Papiere zeigten, dass der US-Präsident und seine Frau (im Jahr 2005 heiratete Donald Trump Melania) einen ähnlichen Steuersatz bezahlten wie die restlichen "99 Prozent" der Angestellten. Aus dem Dokument ist auch ersichtlich, dass der US-Präsident durch ein Gesetz aus dem Jahr 1986 benachteiligt wird. Demnach muss jeder Großverdiener in den Vereinigten Staaten neben seiner regulären Einkommensteuer auch die Alternative Minimumsteuer (alternative minimum tax, kurz ATM) berechnen. Das Ergebnis, das höher ausfällt, muss bezahlt werden. Trump hatte sich in der Vergangenheit immer wieder für die Abschaffung der ATM ausgesprochen.

Trump selbst kritisierte auf Twitter den verantwortlichen Journalisten. "Glaubt wirklich jemand, dass ein Reporter, von dem niemand je gehört hat, 'an seinen Briefkasten gegangen' ist und meine Steuererklärung gefunden hat?"

Brisante Details, etwa über Kreditgeber seiner Firmen, sind aus der Steuererklärung nicht herauszulesen. Da die Dokumente mehr als zehn Jahre alt sind, lässt sich daraus auch nicht ableiten, wie viel Trumps Besitz derzeit wert ist. Er selbst sagt, er würde zehn Milliarden Dollar besitzen. Das Wirtschaftsmagazin Forbes schätzt sein Vermögen auf 3,7 Milliarden.

© sz.de/wib/lkr/joku

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