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US-Wahl 2016:Welche Trump-Cheerleader es ins Kabinett schaffen könnten

Einstige Konkurrenten versammeln sich nun als Sympathisanten um den zukünftigen US-Präsidenten - von links nach rechts - Rudy Giuliani, Newt Gingrich, Donald Trump und Chris Christie.

(Foto: AFP)

Der Republikaner trat "gegen die Eliten" an. In der Auswahl für sein Kabinett: loyale Polit-Freunde, Multimillionäre, Lobbyisten.

Loyalität ist für Donald Trump eine wichtige Eigenschaft: Nur ungern lässt er jemanden fallen, der ihn treu begleitet hat. Das zeigte sich, als sein damaliger Berater Corey Lewandowski im März eine Reporterin am Arm gerissen hatte, der Kandidat sich aber trotz großen Drucks weigerte, ihn zu entlassen.

Die Früchte ihrer Treue können nun Newt Gingrich, Rudy Giuliani oder sogar Chris Christie ernten. Als politische Auslaufmodelle gehandelt, erhalten sie nun womöglich Posten in einem Trump-Kabinett.

Christie bereitet bereits seit Monaten mit Jeff Sessions, Senator aus Alabama und erster Trump-Unterstützer aus diesem Kreis, den Übergang ins Weiße Haus vor. Der Gouverneur und ehemalige Bundesstaatsanwalt von New Jersey ist laut Politico nicht mehr der Favorit für das von ihm anvisierte Amt des Justizministers. Jüngst waren zwei seiner Mitarbeiter wegen eines politischen Brückensperrungs-Skandals verurteilt worden.

Stattdessen ist Giuliani, ehemaliger Bundesstaatsanwalt in und Bürgermeister von New York, Favorit auf das Justizministerium. Er war in den vergangenen Wochen einer der prominentesten Trump-Cheerleader in den Medien. Christie wiederum könnte das Heimatschutzministerium erhalten, zu dessen Aufgaben der Grenzschutz gehört. Hier ist allerdings auch der afroamerikanische Hardliner-Sheriff und "Blue-Lives-Matter"-Enthusiast David Clarke aus Milwaukee im Gespräch.

Selbst John Bolton könnte ausgegraben werden

Jeff Sessions ist wiederum für das Verteidigungsministerium ein Favorit, hier sind allerdings mehrere Kandidaten in der Verlosung: Unter anderem Trumps Militärberater, der pensionierte Armee-General Michael T. Flynn, und Bush(II)-Sicherheitsberater Stephen Hadley, der eher ein Interventionsfreund ist.

Für das Außenministerium wäre der rechtskonservative Newt Gingrich ein Favorit, heißt es in mehreren Medien, aber auch George W. Bushs ehemaliger Botschafter bei den Vereinten Nationen, John Bolton. Bob Corker, Senator aus Tennessee und Vorsitzender des Außenausschusses im Senat, werden ebenfalls Chancen eingeräumt - er könnte aber auch das Pentagon übernehmen.

Der republikanische Parteichef Reince Priebus könnte mit dem Posten des "Chief of Staff", also des Stabschefs des Weißen Hauses, belohnt werden, dies wäre ein Friedensangebot an das Partei-Establishment. Allerdings ist auch Kampagnenmanagerin und Trump-"Übersetzerin" Kellyanne Conway im Gespräch.

Selbst Neurochirurg und Ex-Präsidentschaftskandidatenanwärter Ben Carson wird für einen Posten gehandelt - als Gesundheitsminister wäre er mit der möglichen Abwicklung der Obama-Gesundheitsreformen betraut, was durchaus Chaos-Potenzial hat. Er könnte auch das Bildungsministerium übernehmen, das allerdings auch abgeschafft werden könnte.