bedeckt München 24°

US-Präsidentschaftswahlkampf:Bloomberg plante einen Daten-Wahlkampf

Auch für 2020 liefen bereits Vorbereitungen, dieses Mal für einen Hochtechnologie-Wahlkampf. So arbeitete ein Team an einem Projekt, dessen Ziel Medienberichten zufolge in einer Präsentation so formuliert wurde: "Alle Daten".

Gemeint ist damit ein Großverzeichnis möglicher Demokraten-Wähler, das aus unterschiedlichsten Quellen Informationen bezieht, sie einer detaillierten Analyse unterzieht und dann durch personalisierte Online-Werbung Anhänger mobilisieren soll. An einer ähnlichen Datensammlung arbeitet Berichten zufolge auch der LinkedIn-Gründer Reid Hoffman, der bei den Demokraten an Einfluss gewinnen möchte.

Politik USA Wer hat Angst vor den Sozialisten?
Linksruck bei den US-Demokraten

Wer hat Angst vor den Sozialisten?

Während viele junge Amerikaner genug haben vom Kapitalismus, schüren Konservative die Angst vor der "Roten Bedrohung" - und warnen vor hohen Kosten für Pickup-Trucks.   Von Beate Wild

Die Nutzung von "Big Data" ist seit dem Cambridge-Analytica-Skandal aus dem Wahlkampf 2016 umstritten, dürfte aber 2020 als Werkzeug sehr begehrt sein. Dass Bloomberg das Projekt aufgibt, gilt als ausgeschlossen, vielmehr dürfte er damit bevorzugte Kandidaten im Wahlkampf unterstützen.

Gescheiterte New Yorker Ambitionen

Ein möglicher Trump-Konkurrent, der Bloombergs Vorstellungen entsprechen würde, wäre Joe Biden. Intern hatte es im Bloomberg-Team offenbar geheißen, dass nur für einen von beiden Platz sei, um das Lager der Moderaten zu führen. Der ehemalige Vizepräsident hat sich aber noch nicht entschieden, ob er antreten wird.

Bislang wurde in der amerikanischen Geschichte noch kein Bürgermeister einer Großstadt zum US-Präsidenten gewählt. Dabei mangelte es gerade den New Yorkern Stadtoberhäuptern zuletzt nicht an Ehrgeiz.

Bloombergs Vorgänger Rudy Giuliani scheiterte 2006 trotz großer Hoffnungen früh in den Vorwahlen der Republikaner. Inzwischen verteidigt er Donald Trump im TV und bei den Russland-Ermittlungen - einen New Yorker, der es zum Präsidenten schaffte, aber in seiner Heimatstadt nie gewählt worden wäre.

Auch Bloombergs Nachfolger Bill de Blasio, obwohl noch bis Ende 2021 gewählt, liebäugelt mit dem Weißen Haus. Eine Erkundungsreise des Demokraten in den Vorwahl-Staat Iowa fand jüngst wenig Interesse. Wie CNN berichtete, seien so wenige Besucher zu de Blasios Veranstaltungen gekommen, dass sie leicht in einem New Yorker U-Bahn-Waggon Platz gehabt hätten.

Politik USA Diese Demokraten wollen Trump besiegen

US-Wahl 2020

Diese Demokraten wollen Trump besiegen

Das Feld der demokratischen Bewerber ist auf 25 angewachsen. Eric Salwell ist zwar raus. Dafür kommen zwei neue dazu. Darunter ein bekannter Milliardär.   Von Thorsten Denkler, New York