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Ungerechtfertigte Vorwürfe an die EU:Von Kondomen und Dekolletés

Das regulierte Kondom

Eines der häufig genannten Beispiele für kuriose, lächerliche oder irrwitzige Verordnungen ist die Größenvorgabe zu Kondomen. Allerdings schreibt die EU Männern zur Verhütung keine bestimmten Kondome vor, sondern empfiehlt lediglich eine Länge von mindestens 16 Zentimetern und einem Durchmesser von 4,4 Zentimetern und einer Wandstärke von 0,04 Millimetern. Die Zahlen stammen vom Europäischen Komitee für Normung (CEN), einem Zusammenschluss europäischer Wirtschaftsunternehmen, und wurde von der EU 1993 in die Anordnungen über medizinische Vorrichtungen übernommen. Die Normen sollen helfen, hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards zu erfüllen.

Dekolleté-Verbot für Kellnerinnen

Die EU hat Mindestanforderungen für den Schutz der Arbeitnehmer vor Strahlung aufgestellt. Ursprünglich sollte es dabei neben der künstlichen - also etwa radioaktiven - Strahlung auch um natürliche Sonnenstrahlung gehen. Geplant waren feste Grenzwerte. Konkrete Maßnahmen sollten nicht vorgeschrieben werden, aber die Arbeitgeber sollten darauf achten, dass Haut und Augen ihrer Angestellten ausreichend geschützt sind.

Trotzdem gingen Gerüchte um, die EU wollte Kellnerinnen verbieten, ausgeschnittene Blusen zu tragen, und Bauarbeiter würden ihre T-Shirts nicht mehr ausziehen. Aufgrund von Widerständen verschiedener Wirtschaftsverbände wurde der Hinweis auf die natürliche Strahlung gestrichen. Die Richtlinie bezieht sich also nur noch auf künstliche Strahlung.

Lärmkontrolle in Opernhäusern

Müssen Konzertbesucher fürchten, dass EU-Kontrolleure Aufführungen verhindern, weil die Musik zu laut ist? Das Gerücht entstand bereits, als bekannt wurde, dass das Europäische Parlament 2002 Lärmschutzmaßnahmen am Arbeitsplatz diskutierte. Tatsächlich hat Deutschland 2008 die EU-Richtlinie zum Lärmschutz aus dem Jahre 2003 auf den Musik- und Unterhaltungssektor ausgeweitet. Damit soll die Gesundheit der Musiker geschützt werden. Für Orchester bedeutet dies, dass die Mitglieder gegebenenfalls durch Schallschutzmaßnahmen in Proberäumen und Orchestergräben geschützt werden. Schon das Umsetzen der Musiker kann hier manchmal Abhilfe schaffen.

High-Heel-Verbot für Friseusen?

Verschiedene Medien wie die Bild-Zeitung berichteten 2012, die EU würde Friseurinnen das Tragen von Stöckelschuhen und Schmuck verbieten wollen. Tatsächlich hatten sich zwei Verbände, die Gewerkschaft Uni Europa Hair & Beauty und der Arbeitgeberverband Coiffure EU, auf ein Abkommen über die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz geeinigt. Forderungen der Verbände waren unter anderem, dass Friseure bei der Arbeit rutschfeste Schuhe tragen und Schmuck aus hygienischen Gründen ablegen sollten. Aufgabe der Europäischen Kommision wäre es lediglich gewesen, zu prüfen, ob dem Europäischen Rat entsprechende Richtlinien empfohlen werden sollten. Und das blockte Kommissionspräsident José Manuel Barroso ab.

Die Recherche zur europäischen Idee
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