Deutsche Kandidaten für die Europawahl:Ganz oben auf der Liste

Die Wahllokale in Deutschland haben geschlossen, die deutschen Bürger ihre Abgeordneten für das Europäische Parlament gewählt. Die Spitzenkandidaten der großen Parteien in Bildern.

Von Marc Zimmer

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Quelle: AFP

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Die Deutschen haben ihre Abgeordneten für das Europäische Parlament gewählt. Die Spitzenkandidaten der großen Parteien in Bildern.

David McAllister, CDU

David James McAllister, Jahrgang 1971, war der bundesweit erste Ministerpräsident mit doppelter Staatsbürgerschaft: Der Deutsch-Brite folgte Christian Wulff 2010 in das Amt des niedersächsischen Landesoberhauptes. Zuvor war er seit 2003 Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Hannover, seit 2008 ist er zudem Vorsitzender der CDU in Niedersachsen.

Bei der Landtagswahl 2013 verlor McAllister sein Amt knapp an den SPD-Kandidaten Stephan Weil. Nach der Niederlage saß er als einfacher Abgeordneter im Landesparlament, aus dem er im März ausschied, um für das Europäische Parlament zu kandidieren.

Nach der Wahl zeigt sich McAllister zufrieden: Seine Partei habe ihr Ziel erreicht, stärkste Kraft zu werden: "Wir sind die Nummer eins."

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Quelle: Odd Andersen / AFP

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Martin Schulz, SPD

Martin Schulz ist seit 1994 Mitglied des Europäischen Parlaments; seit 2012 ist er dessen Präsident. Der gelernte Buchhändler ist außerdem Vizepräsident der Sozialistischen Internationale und der Europabeauftragte der SPD. Er trat 1974 mit 19 Jahren der SPD bei und wurde zwölf Jahre später mit 31 Jahren in Würselen der bis dahin jüngste Bürgermeister Nordrhein-Westfalens.

Als Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten (PES) für die Europawahl 2014 konkurriert der 58-Jährige Schulz zudem mit dem konservativen Kandidaten Jean-Claude Juncker um das Amt des EU-Kommissionspräsidenten.

Obwohl die SPD bei der Wahl deutliche Zugewinne verzeichnet, ist offen, ob es für Schulz reicht, Präsident der EU-Kommission zu werden.

Wahl-O-Mat Voting Indicator Launched For EU Elections

Quelle: Getty Images

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Markus Ferber, CSU

Der gebürtige Augsburger Markus Ferber, Jahrgang 1965, gehört dem Europäischen Parlament ebenfalls seit 1994 an - zum Zeitpunkt der Wahlen war er 29 Jahre alt. Dort ist er unter anderem Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Währung. Seit 1999 ist Ferber Vorsitzender der Europagruppe seiner Partei. Der Diplom-Ingenieur tritt bereits zum zweiten Mal als CSU-Spitzenkandidat für die Europawahl an, auch 2009 stand er ganz oben auf der Liste seiner Partei.

2010 brachte Ferber die Einführung von Intelligenztests für Einwanderer ins Gespräch, wofür er - auch parteiintern - heftige Kritik erntete.

Die Kritik kam am Wahltag prompt auch von den Wählern: Die CSU fuhr in Bayern eines ihrer schlechtesten Wahlergebnisse ein: 40,5 Prozent der Stimmen.

Rebecca Harms, Grüne im Europaparlament

Quelle: dpa

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Deutsche Kandidaten für die Europawahl:Rebecca Harms

Rebecca Harms, Bündnis 90/Die Grünen

Rebecca Harms ist Vorsitzende der Fraktion der Europäischen Grünen Fraktion im Europäischen Parlament, in dem sie seit 2004 sitzt. Die gelernte Landschaftsgärtnerin ist Mitglied im Parteirat der Grünen und saß von 1994 bis 2004 für diese im niedersächsischen Landtag.

Die erklärte Atomkraftgegnerin widmet sich vor allem den Themen Klimaschutz und Energiepolitik. Die 57-Jährige ist zudem bekannt für Protestaktionen. Sie hat bei der Fußball-EM 2012 während des Länderspiels zwischen Deutschland und den Niederlanden für die Freilassung von Julia Timoschenko demonstriert.

Ihr Wahlziel bei der Europawahl sehen die Grünen am Wahlabend als erreicht. Den Hochrechnungen zufolge kamen die Grünen auf etwa elf Prozent der Stimmen. Rebecca Harms sagte: "Eindeutig. Wir sind raus aus den Kartoffeln."

FDP nach Präsidiumssitzung

Quelle: dpa

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Alexander Graf Lambsdorff, FDP

Alexander Sebastian Léonce von der Wenge Graf Lambsdorff gehört seit 2001 dem Bundesvorstand der FDP an. Seit der Europawahl 2004 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments und sitzt dort der FDP-Gruppe vor. Bei den Wahlen zum europäischen Parlament 2009 wurde er auf Platz Zwei der FDP-Liste hinter Silvana Koch-Mehrin gewählt. Daraufhin wurde er erster Stellvertretender Vorsitzender der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE).

Der 47-Jährige ist Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten. Er ist der Sohn des Botschafters Hagen Graf Lambsdorff sowie ein Neffe des früheren Bundesministers Otto Graf Lambsdorff.

Am Wahlabend zeigte Lambsdorff sich unzufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei. "Es ist noch nicht gelungen, eine Trendumkehr zu erreichen", sagte er in der ARD mit Blick auf das Ergebnis von rund 3 Prozent.

Europawahlkampf-Auftakt Linke

Quelle: dpa

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Gabi Zimmer, Die Linke

Gabriele "Gabi" Zimmer, Jahrgang 1955, ist seit 2004 im Europäischen Parlament. Seit 2012 ist sie dort Vorsitzende der Vereinten Europäischen Linken/Nordische Grüne Linke (GUE/NGL).

Vor ihrem Einzug ins Europäische Parlament war die gebürtige Berlinerin drei Jahre lang Bundesvorsitzende der PDS, die 2007 in der Partei Die Linke aufging. Von 1990 bis 2004 war sie Mitglied des Thüringer Landtags und hier von 1999 bis 2000 Vorsitzende der PDS-Fraktion. Zimmer studierte Theoretische und Angewandte Sprachwissenschaften in Leipzig und trat 1981 der SED bei.

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Quelle: AFP

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Bernd Lucke, AfD

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg. Er geht als Spitzenkandidat der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) ins Rennen, an deren Gründung er im April 2013 maßgeblich beteiligt war.

Wenige Wochen zuvor kandidierte der 51-Jährige Lucke noch auf der Liste der Freien Wähler für die Landtagswahl in Niedersachsen 2013. Zur Bundestagswahl 2013 kandidierte er als Spitzenkandidat der AfD in Niedersachsen und als Direktkandidat im Wahlkreis Harburg. Er erhielt 5,7 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Lucke war 33 Jahre lang Mitglied der CDU, die er im Dezember 2011 verließ. Als Grund für seinen Austritt nannte er die in seinen Augen verfehlte Euro-Rettungspolitik der Regierung Merkel.

Bundesparteitag der Piratenpartei

Quelle: Caroline Seidel/dpa

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Julia Reda, Piraten

Julia Reda, Jahrgang 1986, wurde im Alter von 16 Jahren Mitglied zunächst der SPD, wechselte aber 2009 wegen der netzpolitischen Haltung der Sozialdemokraten zur Piratenpartei.

Von 2010 bis 2012 war sie Bundesvorsitzende der Jungen Piraten in Deutschland. Mit Gründung der Young Pirates of Europe, einem Zusammenschluss europäischer Jugendverbände der Piraten, wurde sie im August 2013 deren Vorsitzende.

Reda studierte zum Zeitpunkt ihrer Ernennung zur Spitzenkandidatin noch Politikwissenschaft und Publizistik an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.

Bundesparteitag der Freien Wähler

Quelle: Daniel Karmann/dpa

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Ulrike Müller, Freie Wähler

Ulrike Müller gehört seit 2008 als Abgeordnete der Freien Wähler dem Bayerischen Landtag an. Seit Oktober 2013 ist die 51-Jährige außerdem stellvertretende Fraktionsvorsitzende sowie forst- und jagdpolitische Sprecherin der Freien Wähler in Bayern.

Nach ihrer Nominierung als Spitzenkandidatin ihrer Partei, trat sie im März 2014 der Europäischen Demokratischen Partei (EDP) bei, die im Europaparlament der Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa angehört.

© Süddeutsche.de/beitz/kjan
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