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Massaker in El Paso und Dayton:"Hass hat keinen Platz in unserem Land und wir werden uns darum kümmern"

U.S. President Trump departs from Morristown municipal airport

Trump diagnostizierte, die beiden Täter, die zusammen 29 Menschen getötet hatten, seien "wirklich, sehr ernst seelisch krank".

(Foto: REUTERS)
  • US-Präsident Trump hat sich nach den beiden Massakern mit zahlreichen Toten in El Paso und Dayton öffentlich geäußert.
  • Er bezeichnete die Täter als "psychisch krank".
  • Der mexikanische Vize-Außenminister Seade macht Hass-Rhetorik mitverantwortlich für die Tat.

Nach den Massakern in Texas und Ohio hat US-Präsident Donald Trump den Menschen in den betroffenen Städten sein Mitgefühl ausgesprochen. Er wolle den Menschen in El Paso und Dayton kondolieren, sagte Trump. "Hass hat keinen Platz in unserem Land, und wir werden uns darum kümmern", fügte er hinzu. Er habe bereits mit dem Justizminister, dem FBI-Chef und Kongressabgeordneten gesprochen und werde am Montag eine weitere Stellungnahme abgeben.

Trump zufolge sind die beiden Täter, die zusammen 29 Menschen getötet hatten, "wirklich sehr ernst seelisch krank". Probleme mit Schießereien gebe es schon seit Jahren. "Wir müssen das stoppen", sagte er.

Ermittler vermuten Attentäter als Verfasser eines rassistischen Manifests

In El Paso, einer texanischen Grenzstadt zu Mexiko, hatte ein Mann am Samstagvormittag das Feuer in einem Einkaufszentrum eröffnet, in dem sich zu diesem Zeitpunkt Tausende Menschen befanden. Er erschoss 20 Menschen und verletzte 26. Der Verdächtige wurde festgenommen und von der Polizei identifiziert.

Stunden später, am frühen Sonntagmorgen um 1.00 Uhr schoss in Ohio ein Schütze um sich. Er tötete neun Menschen, unter ihnen vermutlich seine eigene Schwester und verletzte offenbar 26 weitere, bevor die Einsatzkräfte ihn erschossen. Diese seien in der Nähe des Tatorts gewesen und hätten schnell reagiert, teilte die Polizei mit. Die Tat ereignete sich im sogenannten Oregon District von Dayton, einem historischen Viertel mit vielen Bars, Restaurants und Theatern.

Trump hatte von Invasion von Lateinamerikanern gesprochen

Ermittler vermuten, dass der Täter von El Paso ein Manifest geschrieben hat, das kurz vor der Tat veröffentlicht wurde und in dem vor einer Invasion von Menschen aus Lateinamerika in den USA gewarnt wird. Trump hatte auf Kundgebungen ebenfalls von einer Invasion von Lateinamerikanern gesprochen.

Das Massaker im texanischen El Paso hat zu scharfen Reaktionen der mexikanischen Regierung geführt. Vize-Außenminister Jesús Seade verurteilte den anscheinend rassistisch motivierten Angriff: "Solche mutwilligen Taten der fremdenfeindlichen Barbarei haben keinen Platz in der heutigen Welt", schrieb er auf Twitter. Diese entstünden jedoch nicht in einem Vakuum. Die Rhetorik, die sie anstachele, müsse komplett eingestellt werden.

Mexiko erwägt einen Auslieferungsantrag für den Todesschützen von El Paso. "Für Mexiko ist diese Person ein Terrorist", sagte Außenminister Marcelo Ebrard am Sonntag. Daher denke der Generalstaatsanwalt darüber nach, ein Verfahren einzuleiten, das zu einem Antrag auf Auslieferung des mutmaßlichen Täters nach Mexiko führen könnte. Dem Minister zufolge sind sechs der Toten mexikanische Staatsangehörige, weitere sieben Mexikaner seien unter den Verletzten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich in einem Kondolenzschreiben an Trump bestürzt über die Bluttaten. "Durch Akte der Gewalt und des Hasses sind Menschen aus dem Leben gerissen, Familien und ganze Städte in Trauer und Leid gestoßen worden. Die Grausamkeit und die Abscheulichkeit dieser Taten bestürzen uns alle zutiefst", heißt es in dem am Sonntagabend verbreiteten Schreiben.

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