bedeckt München 24°
vgwortpixel

Nach rassistischen Ausfällen:Demokratinnen: Trump versucht, von korrupter Regierung abzulenken

Ocasio-Cortez, Omar, Pressley and Tlaib vs Trump

Die demokratischen Abgeordneten Ayanna Pressley, Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Rashida Tlaib.

(Foto: REUTERS)
  • US-Präsident Trump hat sich gegen Kritik an seinen rassistischen Tweets über vier Kongressabgeordnete gewehrt.
  • "Wenn es ihnen hier nicht gefällt, dann können sie gehen", sagte Trump im Weißen Haus in Richtung einer Gruppe Kongressabgeordnete.
  • Die angesprochenen Demokratinnen verurteilen seine Ausfälle und sehen sie als Versuch, "von der Korruptheit seiner Regierung abzulenken".

Die von US-Präsident Donald Trump am Sonntag in einer Reihe von Tweets und am Montag in einem Auftritt vor dem Weißen Haus rassistisch attackierten Demokratinnen Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Ayanna Pressley und Rashida Tlaib reagierten am Montagabend auf dessen Äußerungen. Ocasio-Cortez sagte auf der gemeinsamen Pressekonferenz im Kapitol, sie sei "nicht überrascht", dass Trump diese Rhetorik benutze. Sie forderte ihre Kolleginnen dazu auf, weiterhin fokussiert zu bleiben.

Noch deutlicher äußerte sich Pressley: "Wir lassen uns nicht ködern. Das ist nur ein billiger Versuch, von der gefühllosen, chaotischen und korrupten Arbeitsweise dieser Regierung abzulenken."

Omar sagte, Trump habe zu einer "unverhohlen rassistischen" Attacke ausgeholt, um von der Korruptheit seiner Regierung abzulenken. "Das ist die Agenda weißer Nationalisten, egal ob es in Chatrooms passiert oder im nationalen Fernsehen. Und nun hat es den Garten des Weißen Hauses erreicht."

Trump legt gegen Abgeordnete nach

Zuvor hatte Trump nach seinen hoch umstrittenen Twitter-Attacken noch einmal nachgelegt. "Wenn es ihnen hier nicht gefällt, dann können sie gehen", sagte Trump im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington. "Sie hassen unser Land", behauptete er. "Sie beschweren sich die ganze Zeit." Wenn sie hier nicht glücklich seien, sollten sie die Vereinigten Staaten eben verlassen.

Trump hatte am Sonntag in einem Tweet mehrere Demokratinnen dazu aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen und die Probleme dort zu lösen, statt den USA gute Ratschläge zu geben. Trump nannte keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf eine Gruppe von vier demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus an. Drei der Frauen wurden in den USA geboren, eine vierte kam als Kind aus Somalia ins Land und wurde im Teenageralter US-Bürgerin.

Trump sagte, er habe in seinem Tweet keine Namen genannt. Bei seinem Auftritt im Rosengarten verwies er aber unter anderem explizit auf frühere Äußerungen der demokratischen Abgeordneten Ilhan Omar. Der Präsident warf ihr und Parteikolleginnen vor, sie verbreiteten antisemitische Positionen, Hass gegen Israel und Preisungen für Feinde der USA. Wenn sich die Demokraten wirklich um diese Leute versammeln wollten, werde das für die Partei böse ausgehen.

Auf die Frage, ob er besorgt sei, dass viele Menschen diese Äußerungen als rassistisch betrachteten, sagte Trump: "Das besorgt mich nicht, weil die Leute mir zustimmen."

Politik USA Weißes Haus

Trumps Rassismus

Weißes Haus

Der US-Präsident beleidigt Politikerinnen rassistisch. Er bedient damit üble Ressentiments, was bei ihm längst Teil einer Strategie ist.   Kommentar von Nicolas Richter