Todesschütze von Benno Ohnesorg Karl-Heinz Kurras ist tot

Kurras wegen illegalem Waffenbesitz vor Gericht; Kurras wegen illegalem Waffenbesitz vor Gericht Der angeklagte Ex-Polizist Karl-Heinz Kurras sitzt am Freitag (13.11.2009) im Saal 700 des Berliner Amtsgericht Tiergarten. Mehr als vierzig Jahre nach seinem Todesschuss auf den Studenten Ohnesorg steht der pensionierte Berliner Polizist Kurras erneut vor Gericht. Wegen illegalen Waffenbesitzes muss sich der 81-Jährige verantworten. In seiner Wohnung in Spandau waren im Juni ein geladener Revolver und 165 Patronen sichergestellt worden. Kurras hatte am 2. Juni 1967 am Rande einer Demonstration gegenden Schah von Persien in West-Berlin den 22-jährigen Studenten Ohnesorg erschossen und damit zur Radikalisierung der Studentenbewegung beigetragen. Foto: Rainer Jensen dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++; Der angeklagte Ex-Polizist Karl-Heinz Kurras sitzt am Freitag (13.11.2009) im Saal 700 des Berliner Amtsgericht Tiergarten. Mehr als vierzig Jahre nach seinem Todesschuss auf den Studenten Ohnesorg steht der pensionierte Berliner Polizist Kurras erneut vor Gericht. Wegen illegalen Waffenbesitzes muss sich der 81-Jährige verantworten. In seiner Wohnung in Spandau waren im Juni ein geladener Revolver und 165 Patronen sichergestellt worden. Kurras hatte am 2. Juni 1967 am Rande einer Demonstration gegenden Schah von Persien in West-Berlin den 22-jährigen Studenten Ohnesorg erschossen und damit zur Radikalisierung der Studentenbewegung beigetragen. Foto: Rainer Jensen dpa/lbn +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)
  • Karl-Heinz Kurras ist mit 87 Jahren in Berlin gestorben. Der ehemalige Westberliner Kriminalbeamte hatte im Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg erschossen und damit die Studentenunruhen von 1968 ausgelöst.
  • Später war bekannt geworden, dass Kurras für die Staatssicherheit spioniert hatte.
  • Kurras starb Medienberichten zufolge schon Mitte Dezember. Er soll zwischenzeitlich anonym bestattet worden sein.

Karl-Heinz Kurras ist im Dezember in Berlin gestorben

Karl-Heinz Kurras, der Todesschütze von Benno Ohnesorg, ist tot, wie Medien übereinstimmend berichten. Der ehemalige Polizeibeamte ist demnach bereits kurz vor Weihnachten in Berlin verstorben. Spiegel-Online schreibt unter Berufung auf das Einwohnermeldeamt im Berliner Bezirk Spandau, Kurras sei am 16. Dezember, wenige Tage nach seinem 87. Geburtstag gestorben. Der Tagesspiegel berichtet, dass die anonyme Beisetzung des Ex-Stasi-Agenten am 15. Januar stattfand.

Todesschuss auf Benno Ohnesorg hatte Studentenrevolte von 1968 ausgelöst

Am 2. Juni 1967 hatte Kurras, der als Polizist in Westberlin arbeitete, bei einer Demo gegen den persischen Schah auf den 26-jährigen Benno Ohnesorg geschossen. Dieser war auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben. Kurras wurde 1971 für die Tat rechtskräftig freigesprochen.

Der tödliche Schuss auf den unbewaffneten Romanistikstudenten gilt als Beginn der Studentenrevolte, als Startsignal auch für den deutschen Terrorismus der Rote-Armee-Fraktion (RAF) und der "Bewegung 2. Juni", die sich nach diesem Datum benannte.

2009 wurde bekannt, dass Kurras Stasi-Agent war

Als 2009 bekannt wurde, dass Kurras als IM "Otto Bohl" für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet und dafür monatlich mehrere Hundert Mark aus Ostberlin bezogen hatte, schien eine Neufassung der Geschichte fällig. Handelte Kurras womöglich im Auftrag der Stasi, als er Ohnesorg erschoss? Bis heute hat sich dafür kein Beweis finden lassen, ein Ermittlungsverfahren wurde im November 2011 eingestellt. Mit dem Tod Kurras' wird es wohl auch keine Antwort mehr auf diese Frage geben.