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Terrormiliz Islamischer Staat:Die türkischen Behörden suchen mit Hochdruck nach Valentina - angeblich

Seit dem Attentat von Ankara am 10. Oktober, bei dem mehr als 100 Menschen starben und 500 verletzt wurden, scheint es so, als gehe die Regierung entschlossener gegen den IS vor. Am Montag wurden bei einer Razzia im Südosten des Landes sieben mutmaßliche IS-Dschihadisten und zwei Polizisten getötet. Laut Regierungssprecher Numan Kurtulmus habe die Polizei in Diyarbakir ein IS-Versteck stürmen wollen. Auch nach Valentina S., Merve D. und ihre Ehemänner suche man mit Hochdruck, ist zu hören.

Die Familie der beiden Ehemänner hat zu Ömer und Mahmut D. nach Informationen von SZ und WDR seit etwa einem Jahr keinen Kontakt mehr. Die beiden Studenten sollen sich zwar - wie viele andere junge Männer aus ihrer als konservativ geltenden Heimatstadt Adiyaman - religiös radikalisiert haben; das Ausmaß will aber niemand bemerkt haben. Nachdem die Zwillinge verschwunden sind, soll der Vater in Syrien nach ihnen gesucht haben. Davon, dass die Söhne geheiratet haben, soll die Familie nur über Dritte erfahren haben.

Die beiden deutschen Freundinnen Merve D. und Valentina S. aus dem Rheinland waren Ende 2013 erstmals in die Türkei gereist, um in Syrien IS-Kämpfer zu heiraten. Die Polizei griff sie jedoch auf. Die deutsche Staatsbürgerin Valentina schickte sie umgehend zurück, Merve hingegen, die einen türkischen Pass hat, blieb in der Türkei, heiratete.

Kein direkter Kontakt zwischen türkischen und deutschen Ermittlern

Es schien zunächst, als versuche Valentina, wieder in ihrer Heimat Fuß zu fassen, doch offenbar nur zum Schein. Im Sommer vergangenen Jahres gelang auch ihr die heimliche Ausreise. Doch dass die türkischen Behörden bislang Schwierigkeiten hatten, die mutmaßlichen Terroristen aufzuspüren, lässt sich schwer glauben. Denn sie scheinen alles andere als unauffindbar. Den deutschen Familien jedenfalls waren mehrere Handynummern ihrer Kinder bekannt, zudem die Namen von Verbindungsleuten und sogar eine türkische Adresse, an der Valentina regelmäßig Post abgeholt haben soll, so ist es auch den Whatsapp-Gesprächen mit ihrer Mutter in Mönchengladbach zu entnehmen.

Auch deutsche Ermittler äußern sich verwundert, dass die türkischen Behörden sich zuletzt kaum für einen Informationsaustausch über die beiden aus Deutschland stammenden Mädchen interessiert haben sollen. "Wir haben die türkischen Behörden davon in Kenntnis gesetzt, dass hier ein entsprechendes Verfahren anhängig ist", sagt Willy Theveßen von der Polizei Mönchengladbach. Man habe auch gebeten, die Erkenntnisse zu teilen. Es sei aber "zu keinem direkten Kontakt mit den türkischen Sicherheitsbehörden gekommen".

Irma S. hat von ihrer Tochter Valentina seit dem Attentat von Ankara kaum mehr gehört. Ihr wie gewünscht Geld zu schicken hat die Mutter schlicht abgelehnt.

© SZ vom 27.10.2015/ewid
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