Terrormiliz im Nahen Osten Entführungsopfer nach der Farbe des Reisepasses ausgesucht

Eine weitere Einnahmequelle aller Dschihadisten sind Entführungen. Rund 20 ausländische Journalisten sollen sich derzeit in Syrien in der Hand der Militanten von Kalif Ibrahim oder ähnlicher Gruppen befinden. Von den Regierungen der Entführten werden Lösegelder in Millionenhöhe erpresst - oder sie müssen sterben. Eine dieser Geiseln, der Amerikaner James Foley, ist das prominenteste Beispiel der vergangenen Tage. Die US-Regierung zahlt aus Prinzip kein Lösegeld, die Europäer sind da flexibler. Für mehrere Dänen, Franzosen und Spanier sollen Millionen geflossen sein. Berlin schweigt sich aus, soll aber angeblich ebenfalls zahlen für seine gekidnappten Bürger.

Kampf gegen IS im Nordirak

Kurden berichten von iranischen Waffenlieferungen

Es ist eine Demonstration gemeinsamer Interessen zwischen Iran und den Kurden im Nordirak: Auf einer Pressekonferenz spricht der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete von Waffenlieferungen aus dem Nachbarland. Deutschland hat eine erste Lieferung militärischer Schutzausrüstung zusammengestellt.

Die Summen sind unbekannt. Doch die weltweit operierende Terrororganisation al-Qaida, mit der der Islamische Staat tief zerstritten ist, soll laut New York Times in den vergangenen fünf Jahren rund 125 Millionen Dollar eingenommen haben an Lösegeldern für Geiseln im Nahen Osten und in Nordafrika. Die Entführung von ausländischen Reportern, Entwicklungshelfern und Ingenieuren sei eine regelrechte Industrie geworden, in der die Opfer nach der Farbe ihres Reisepasses ausgesucht würden, bemerkte die New York Times: Amerikaner seien längst weniger interessant als Europäer.

Ungeschützte Grabungsstätten und Museen

Hinzu kommt gewöhnliche Schutzgelderpressung: Der Kalifat-Staat ist riesig, Geschäftsleute und Händler in den vom Islamischen Staat kontrollierten Teilen Syriens und des Irak sind den Militanten schutzlos ausgeliefert. Der IS mit seiner mafiösen Struktur erhebt "islamische Steuern", die in Wahrheit Schutzgelder sind. Dazu kommen Einnahmen aus dem Schmuggel ins Kriegsgebiet. Über die türkische Grenze kommen seit fast vier Jahren Lebensmittel, Medikamente, Gebrauchsgüter und natürlich Waffen ins syrische und von dort auch ins irakische Kriegsgebiet. Hier verdienen Gruppen wie der Islamische Staat, die Al-Nusra- Front oder andere Rebellengruppen mit.

Eine weitere Geldquelle sind wertvolle antike oder islamische Fundstücke aus den ungeschützten Grabungsstätten und Museen Syriens und des Irak. Die oft einmaligen Artefakte werden auf dem internationalen Kunstmarkt versilbert. Es geht um Millionenwerte und um nicht zu reparierende Schäden am Kunstbestand dieser Staaten: Das zerstörerische Geschäft mit den Kulturgütern läuft im Irak seit 2003, in Syrien seit Mitte 2011.