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Kampf gegen IS im Nordirak:Kurden berichten von iranischen Waffenlieferungen

Es ist eine Demonstration gemeinsamer Interessen zwischen Iran und den Kurden im Nordirak: Auf einer Pressekonferenz spricht der Präsident der kurdischen Autonomiegebiete von Waffenlieferungen aus dem Nachbarland. Deutschland hat eine erste Lieferung militärischer Schutzausrüstung zusammengestellt.

  • Auf einer Pressekonferenz verkündet Kurden-Präsident Barsani, dass Iran den Peschmerga Waffen für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat geliefert habe.
  • Welche Waffen die Bundeswehr den Kurden im Nordirak überlassen will, ist noch unklar. Eine erste Lieferung militärischer Schutzausrüstung ist bereits zusammengestellt.

"Iran war das erste Land, das uns Waffen geschickt hat"

Im Kampf gegen die sunnitische Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) hat der schiitisch geprägte Iran die Kurden im Nordirak nach deren Angaben mit Waffen beliefert. "Wir haben um Waffen gebeten, und Iran war das erste Land, das uns Waffen geschickt hat", sagte Kurden-Präsident Massud Barsani bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem iranischen Außenminister Mohammad Dschawad Sarif in Erbil.

Barsani sagte nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Rudaw, die Lieferung der Waffen habe für die Kampffähigkeit der kurdischen Einheiten eine entscheidende Bedeutung.

Sarif wies Berichte zurück, Iran habe Soldaten in das Nachbarland geschickt. Teheran helfe dem Irak auf andere Weise. "Wir betrachten die Sicherheitslage im Irak als unsere eigene", sagte Sarif den Angaben zufolge. Die Terrorgruppe IS sei nicht nur für die Region gefährlich, sondern eine internationale Bedrohung. Sarif betonte, Iran trete für die Einheit des Nachbarlandes ein. Die Islamisten-Miliz IS hat Regionen in Syrien und dem Nordirak unter ihre Kontrolle gebracht und zwingt den Menschen dort eine extreme Auslegung des Islam auf.

Deutschland plant Waffenlieferungen für die Kurden

Auch Deutschland plant Waffenlieferungen an die kurdischen Peschmerga, die im Nordirak gegen radikale Islamisten des IS kämpfen. Bisher ist allerdings unklar, welche Waffen aus den Beständen der Bundeswehr den Kurden überlassen werden sollen.

Die erste Lieferung militärischer Schutzausrüstung für den Irak hat die Bundeswehr bereits zusammengestellt. 4000 Gefechtshelme, 4000 Schutzwesten und 700 Funkgeräte liegen im Zentraldepot für Einsatzversorgung an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern zum Abtransport bereit. Auch 20 Metallsuchgeräte, 30 Minensonden, 40 Werkzeugsätze zur Munitionsbeseitigung und 680 Nachtsichtgeräte sollen den Kurden kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

© Süddeutsche.de/dpa/Reutersmane/gal

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