Guillaume B. Decherf

Es war nur eine kurze Episode in seinem Leben, aber sie hat Guillaume Decherf, 43, sehr geprägt. 1992, da ist er gerade 20 Jahre alt, darf er beim Uni-Radio in Loughborough, wo er als Erasmus-Student Anglistik studiert, seine erste Sendung moderieren. Nächtelang hat er damals in den Archiven des kleines Senders nach den passenden Platten gewühlt, heraus kam: eine Stunde Heavy-Metal. Von diesem Zeitpunkt an ist für ihn klar. Er wird die Musik zu seinem Beruf machen. Decherf schafft es auf die "ecole supériere de journalisme", an der viele bekannte französische Publizisten ausgebildet wurden. Zwischen 1999 und 2003 berichtet er für die Libération aus Chicago und trifft dort die Smashing Pumpkins, seine großen Idole. Später schreibt er für den Rolling Stone, ist sogar Chefredakteur beim Hard Rock Mag und landet bei der Zeitschrift Inrocks. Sein letzter Artikel ist eine Rezension des neuen Albums von den Eagles of Death Metal. Er kündigt auch das Konzert an, das er nicht überleben sollte. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Bild: Reuters 16. November 2015, 23:522015-11-16 23:52:39 © SZ.de/bepe