Terror in Katalonien:Was über die Opfer des Attentats von Barcelona bekannt ist

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People gather around an impromptu memorial two days after a van crashed into pedestrians at Las Ramblas in Barcelona

Trauer und Trost: entlang der Ramblas haben Trauernde Blumen, Kerzen und Bilder niedergelegt.

(Foto: REUTERS)

Der Anschlag traf Einheimische wie Touristen, riss Familien und Paare auseinander: 35 Nationen hat in Barcelona der Terror getroffen.

Der Anschlag von Barcelona traf die ganze Welt - das zeigen Herkunft und Schicksale der Opfer, die nach und nach identifiziert werden. 35 Nationen haben dem aktuellen Stand der katalanischen Behörden zufolge Tote oder Verletzte zu beklagen oder vermissen seit Donnerstagabend Bürger (hier ein Überblick von El País).

Wie viel über die Opfer und ihre Schicksale bekanntgegeben wird, damit gehen die betroffenen Staaten ganz unterschiedlich um. Doch klar ist: Als ein noch immer flüchtiger Täter einen Lieferwagen im Zickzack die Flaniermeile La Rambla im Zentrum Barcelonas entlangsteuerte, dabei 13 Menschen zu Tode fuhr und mehr als 120 weitere verletzte, riss er Familien und Paare auseinander, traf Touristen ebenso wie Bewohner der Metropole. Anschließend wurde bei einem weiteren Anschlag im Badeort Cambrils eine Passantin getötet. Inzwischen wurde ein 15. Todesopfer im Kofferraum eines Autos entdeckt - ein Täter hatte ihn offensichtlich erstochen, um mit dessen Fahrzeug zu fliehen.

Aus Spanien kommen nach bisherigem Kenntnisstand vier Tote. Eine 75-Jährige aus dem Umland von Barcelona starb im Krankenhaus, ihre Tochter überlebte schwer verletzt. Eine 61-Jährige aus Zaragoza erlag kurz nach der Einlieferung in die Klinik ihren Verletzungen. Sie war mit ihrem Ehemann und ihrer Schwester zu Besuch in der Stadt gewesen. Beide wurden ebenfalls schwer verletzt. Ein 57-jähriger Mann aus dem andalusischen Granada war mit seiner Frau, seinem Großneffen und dessen Mutter auf der Flaniermeile unterwegs. Er und der dreijährige Junge starben, seine Frau wurde schwer verletzt. "Wir sind eine zerstörte Familie", sagte die Schwester des Verstorbenen der katalanischen Zeitung La Vanguardia.

Besonders viele Opfer stammen aus dem Nachbarland Frankreich. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian gab am Freitag bekannt, 28 Franzosen seien bei dem Attentat verletzt worden, elf von ihnen schwer - später musste er die Zahl auf 17 Schwerverletzte anheben. Le Drian reiste nach Barcelona, um die französischen Staatsbürger im Krankenhaus zu besuchen. Zudem hat Frankreich eigenen Angaben zufolge ein Team von Medizinern nach Katalonien entsandt, darunter auch Psychologen.

Aus Deutschland stammen dem Auswärtigen Amt zufolge 13 Verletzte, mehrere von ihnen sind in kritischem Zustand. Noch immer kann das Auswärtige Amt nicht ausschließen, dass es Todesopfer aus Deutschland gegeben haben könnte. Das ZDF hatte unter Berufung auf Sicherheitskreise von drei deutschen Todesopfern berichtet.

Mindestens zwei der beim Anschlag Getöteten waren Italiener: Ein 35-Jähriger, der mit seiner 28-jährigen Lebensgefährtin und ihren zwei Kindern im Urlaub über die Rambla flanierte, hatte sich der Frau zufolge schützend vor die Familie geworfen, bevor er von dem Attentäter überfahren wurde. Ein 25-Jähriger starb, als er mit seiner Freundin unterwegs war - diese soll leicht verletzt worden sien.

Eine 74-jährige Frau, die auf der Rambla zu Tode kam, stammte aus Portugal. Ihre 20-jährige Nichte galt zeitweise als vermisst - später wurde klar, dass auch sie bei dem Anschlag gestorben ist.

Der belgische Außenminister Didier Reynders teilte mit, unter den Todesopfern sei auch eine Belgierin. Zudem wissen die Behörden von zwei verletzten Landsleuten.

Australien hat nach eigenen Angaben fünf Betroffene zu beklagen: Vier Menschen wurden demnach bei dem Attentat verletzt, eine weitere Person gilt als vermisst.

Ein 42-jähriger Mann aus den USA war mit seiner Frau nach Europa gereist, um ihren ersten Hochzeitstag zu feiern. Ihre Tour führte sie von Paris über Venedig nach Barcelona - und auf die Rambla. Beim Flanieren habe das Paar sich an einem Kiosk Getränke gekauft, erzählte sein Schwager der Washington Post. Auf der Suche nach einer Toilette wurde der US-Amerikaner von dem Lieferwagen erfasst und getötet. Seine Frau, die in einer Menschengruppe in den Kiosk gedrückt wurde, überlebte.

Auch aus den anderen Nationen des amerikanischen Kontinents stammen zahlreiche Opfer: Kanadas Premier Justin Trudeau gab bekannt, dass eine Person kanadischer Staatsbürgerschaft getötet und vier weitere verletzt worden seien. Kolumbien berichtet von einem Verletzten, Kuba von vier Verletzten, Venezuela und Ecuador haben je zwei Verletzte zu beklagen. Zwei Frauen aus Honduras und Peru wurden ebenfalls verletzt. Zwei Argentinierinnen im Alter von 40 und 80 Jahren wurden bei dem Attentat getötet - eine von ihnen besaß auch die spanische Staatsbürgerschaft und lebte seit mehr als zehn Jahren im Land, die andere war offenbar gebürtige Italienerin. Ein 36-Jähriger und eine 67-jährige Frau wurden ebenfalls verletzt.

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