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Studie:Welche Themen die Wähler am meisten überzeugen

Ein moderater Populismus müsse für eine Demokratie ohnehin nicht schädlich sein, betonen er und sein Kollege Christopher Wratil. Solch eine Bewegung kann auf Fehler der Politiker hinweisen, letztendlich deren Arbeit verbessern, wie eine Opposition im Bundestag.

Eine gängige Forderung von Populisten, die Entmachtung der Eliten, scheint derzeit überhaupt nicht zu verfangen. Während Donald Trump in den USA mit dem vermeintlichen Kampf gegen das Establishment die Wahl gewann, wirkt sich solch eine Forderung hierzulande sogar negativ auf die Zustimmung aus - selbst bei den Populisten.

Die finden sich quer durch alle Parteien hinweg, doch je höher die Bildung, je höher das Einkommen, desto weniger Populismus. Die Wähler der Union zum Beispiel scheinen dafür überhaupt nicht anfällig, bis zu 60 Prozent gelten der Studie nach als "unpopulistisch". Bei der Linken und der SPD ist das Verhältnis relativ ausgewogen. Die AfD dagegen erreicht bei den überzeugten Rechtspopulisten bis zu 60 Prozent der Wähler, in der Mitte allerdings und links davon kaum jemanden mehr.

Zugespitzte Positionen kommen nicht gut an - außer bei Wählern der AfD

Die Autoren haben auch untersucht, welche Themen die Wähler besonders überzeugen, sie haben unter anderem nach der Aufnahme von Flüchtlingen und nach Steuersenkungen gefragt, dem Ausbau der Europäischen Union und dem Freihandel. Mit Letzterem können Politiker kaum gewinnen, dagegen fast immer mit mehr Umverteilung, mehr Europa und einer Kontrolle der Flüchtlingszahlen.

Die Wähler von Union und SPD zum Beispiel sind demnach gegen eine weitere Aufnahme sehr vieler Flüchtlinge, auf die Aufnahme nur noch "einiger" Flüchtlinge reagieren sie aber genauso positiv wie auf die Abschiebung "einiger" Flüchtlinge. Daher würde es sich für diese Parteien nicht lohnen, auf eine harte Abschiebungspolitik zu setzen, heißt es in der Studie. Generell gelte, "je zugespitzter und systemkritischer Positionen seien, desto stärker sinkt die Zustimmung bei der Wählerschaft".

Nur bei der Alternative für Deutschland sieht das anders aus: Spricht sich ein Kandidat für die Abschiebung sehr vieler Flüchtlinge aus, steigt bei ihm die Zustimmung um 51 Prozentpunkte im Vergleich zu einem Kandidaten, der sehr viele Flüchtlinge aufnehmen will. Das ist der stärkste Effekt, den die Autoren in ihrer Umfrage gemessen haben - offen bleibt, ob die AfD damit auch Wähler anderer Parteien gewinnen könnte.

© SZ.de/jasch/steb
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