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Streit um iranisches Atomprogramm:Ein Fall fürs Fernsehen

Skeptisch beäugt der Westen das iranische Atomprogramm. Nun lässt Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad erneut die Muskeln spielen - und macht einen ungewöhnlichen Vorschlag.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat US-Präsident Barack Obama zu einem Fernseh-Duell über die wichtigsten weltpolitischen Fragen herausgefordert. Ein solches Aufeinandertreffen könne am Rande der UN-Vollversammlung Ende des Sommers stattfinden, sagte Ahmadinedschad am Montag in Teheran. "Wir werden unsere Lösungen für Probleme der Welt vorstellen, um zu sehen, wer die besseren Lösungen hat."

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad

Auf einer Konferenz in Teheran kündigte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad einen Besuch bei den Vereinten Nationen im September an. Bei diesem könnte er auch gleich noch mit US-Präsident Barack Obama "von Man zu Mann" diskutieren - übertragen von internationalen Fernsehsstationen, so Ahmadinedschad.

(Foto: dpa)

Ahmadinedschad hatte einen solchen Vorschlag bereits im vergangenen September gemacht. Die US-Regierung griff ihn jedoch nicht auf. Wegen des iranischen Atomprogramms hat die internationale Gemeinschaft wiederholt Sanktionen gegen die Islamische Republik verhängt. Die Regierung in Teheran betont den friedlichen Charakter des Programms. Im Westen gibt es jedoch die Befürchtung, das Länd könne heimlich nach Atomwaffen streben.

Im Streit um sein Atomprogramm hat der Iran die USA nun auch vor einem Militärschlag gewarnt. Im Fall eines Angriffs würde die Führung in Teheran zum Gegenschlag ausholen und entschlossen seine territoriale Integrität verteidigen, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Irna den Vizechef der iranischen Revolutionsgarden, General Jadollah Dschawani, am Montag.

US-Generalstabschef Mike Mullen hatte zuvor erklärt, ein Militärschlag gegen den Iran bleibe für die USA "eine Option", sollte Teheran Atomwaffen entwickeln. Mullen machte in einem Interview des Senders NBC am Sonntag aber zugleich erneut klar, dass die USA wegen der enormen Konsequenzen alles tun würden, um einen solchen Schritt zu vermeiden.

Dschawani erklärte, Mullens Äußerungen seien Teil der psychologischen Kriegsführung der USA. Damit wolle die US-Regierung Iran im Atomstreit einschüchtern. Die Weltgemeinschaft verdächtigt Iran, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.